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Kieler Woche 2016 Polizei korrigiert: Etwa gleiche Straftatenzahlen
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20:42 22.06.2016
Von Günter Schellhase
Die Polizei sorgt für Sicherheit auf der Reventlouwiese. Quelle: Frank Peter

Die Polizeistreifen mit teilweise fünf Beamten sind auf der Kieler Woche nicht zu übersehen – mehr Präsenz hatte Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz ja auch angekündigt. Offenbar ist das Konzept erfolgreich: Bisher hat die Polizei – auch nach den korrigierten Zahlen – einen leichten Rückgang der Straftaten zu verzeichnen. Insgesamt haben die Beamten 71 (nicht 48) Anzeigen aufgenommen. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 73. Insgesamt 38 (nicht 23) Rohheitsdelikte wie Raub und Körperverletzung wurden angezeigt.

Auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer ist mit dem Verlauf zufrieden: „Spannende Regatten mit gutem Wind, mitreißende Konzerte, meistens gutes Wetter und tolle Stimmung – die Kieler Woche präsentiert sich auch in diesem Jahr als buntes und einzigartiges Gesamtkunstwerk“, sagte Kämpfer am Mittwoch. Als besonders positiv empfinde er es, dass die absolute Mehrzahl der Besucher nicht nur fröhlich, sondern auch friedlich feiere.

200 Beamten im Einsatz

Am ersten Wochenende waren bis zu 200 Beamte in Uniform unterwegs: „Wir sehen unser Einsatzkonzept mit offener Präsenz und Ansprechbarkeit auf allen Flächen als bestätigt an“, sagte Polizeisprecher Matthias Arends. Diese Aussage hielt die Polizei auch am Abend aufrecht, als sie ihre Zahlen korrigieren musste.

Denn gegen 67 (nicht 46) Personen (Vorjahr: 45) sprachen die Polizisten einen Platzverweis aus, weil sie störten. Zwei Männer weigerten sich standhaft dagegen, die Veranstaltungsfläche zu verlassen – die Einsatzkräfte brachten sie ins Gewahrsam. In sechs Fällen leisteten Besucher Widerstand gegen die Anordnungen der Polizisten. Eine Beamtin wurde dabei verletzt.

Es gab Anzeigen von Frauen wegen sexueller Belästigungen im einstelligen Bereich. „In zwei Fällen konnten Tatverdächtige bereits ermittelt werden. Zu massenhaften Belästigungen ist es bislang in keinem Fall gekommen“, so Arends. Die Aussage einer Frau, dass es am Wochenende im Bereich des Alten Marktes zu mehreren Belästigungen durch eine Gruppe Afrikaner gekommen sein soll, habe die Zeugin während der Ermittlungen selbst relativiert. Den Einsatzkräften sei vor Ort nichts aufgefallen. Es wurde keine Tat angezeigt.

Sechs Personen kamen in die Ausnüchterungszelle

Sechs (nicht fünf) Personen (Vorjahr: 10) waren derart betrunken, dass die Polizisten sie statt im eigenen Bett in der Gewahrsamszelle ausnüchtern ließen. Ein Hotelbesuch wäre günstiger gewesen – denn für die Übernachtung müssen die Männer etwa 150 Euro zahlen. Insgesamt halfen Beamte bislang 36 (nicht 29; Vorjahr: 34) durch Alkoholkonsum hilflosen Personen sprichwörtlich wieder auf die Beine. Die Erfahrung der letzten Jahre zeige jedoch, dass die Anzahl der Einsätze zum Ende der Kieler Woche ansteigen werde, sagte Arends.

Bei den bisherigen Public-Viewing-Veranstaltungen mit Beteiligung der deutschen Nationalmannschaft an verschiedenen Orten mit insgesamt bis zu 20.000 Zuschauern blieb es ruhig. Nach dem Sieg der türkischen Nationalmannschaft kam es am Dienstag zu einem Autokorso der türkischen Fans, an dem in der Spitze rund 80 Autos teilnahmen. Die Polizei kontrollierte gegen 1 Uhr im Bereich Sophienhof die Fahrzeuge und beendete den Korso. Die Polizei will konsequent einschreiten, wenn Menschen auf Motorhauben und Fahrzeugdächern sitzen oder auf Fußgänger zufahren. Die Beamten appellieren an die Fans, Rücksicht zu nehmen und Dritte nicht zu gefährden.

- Die Polizeidirektion Kiel korrigierte Ihre Meldung und die zuvor veröffentlichten Zahlen, die Sie noch in Klammern finden, um 18.42 Uhr.

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