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Optimismus auf ganzer Linie

Konsulnfahrt der IHK Optimismus auf ganzer Linie

Sie vertreten in Deutschland Länder rund um den Globus wie die Seychellen, Uruguay, die Ukraine, Ägypten oder Panama. Die Industrie- und Handelskammer empfing neben vielen Vertretern der regionalen Wirtschaft traditionell am Dienstag der Kieler Woche wieder zahlreiche Konsuln.

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Nach dem Vortragsprogramm machten sich die IHK und ihre Gäste auf zur Schifffahrt. Mit an Bord waren (v. li.) Ernst Joachim Fürsen (Konsul der Niederlande), IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann, Marten Freund (IHK-Vollversammlung), IHK-Präsident und Konsul Klaus-Hinrich Vater und Ehefrau Inga, Konsul Götz Bormann und Ehefrau Corinna sowie Björn Ipsen (IHK Flensburg).

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Für Götz Bormann, Chef der Förde Sparkasse und Honorarkonsul von Dänemark, war die „Konsulnfahrt“ eine Premiere als frisch gekürter Doyen und damit rangältestes Mitglied des Konsularkorps von Schleswig-Holstein.

 Dass gute Geschäftsbeziehungen nur dann entstehen, wenn die Chemie stimmt und sich in lockererer Atmosphäre gemeinsame Projektideen schneller als auf dem offiziellen Weg anbahnen, wissen Wirtschaftsexperten angesichts der Kraft der Psychologie sehr wohl. Klaus-Hinrich Vater, Präsident der Industrie- und Handelskammer, stellte in seiner Begrüßungsrede fest, dass ohne die Konsulnfahrt, zu der sich dieses Jahr 290 Menschen angemeldet haben, viele Geschäftsbeziehungen gar nicht existierten. Die Kieler Woche, unterstrich auch Stadtpräsident Hans-Werner Tovar, „ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor und großer Wettbewerbsvorteil“.

 Doch aktuell treibt nicht nur die IHK eine große Sorge um: Was passiert, wenn die Briten sich von der EU abkehren? Zwei Tage vor der Abstimmung setzt Präsident Vater optimistisch auf die „Vernunft des Wahlvolks“ und erteilt der Zunahme nationalstaatlicher Gedanken eine Absage: „Ein absoluter Irrweg“ sei das gerade für den Handel. Trotz der Bedenken verwahrte er sich jedoch gegen ein Untergangsszenario. Ein Brexit würde die Briten mehr als die EU treffen: Die Hälfte ihrer Ausfuhr gehe in EU-Länder, umgekehrt seien es nur sechs Prozent. Steigt Großbritannien tatsächlich aus dem europäischen Bund aus, dauert es nach Schätzungen der Kammer sowieso etliche Jahre, bis Abkommen über einen neuen Handelsrahmen und Marktzugang abgeschlossen sind. Die außenwirtschaftlichen Beziehungen zwischen Schleswig-Holstein und dem Vereinigten Königreich, das zu den wichtigsten Bestimmungsländern von Exporten gehört, würden auch im Fall eines Austritts der Briten „nicht grundsätzlich an Kraft verlieren“.

 So prägten Optimismus und Aufbruchstimmung die Reden. Heute seien die Konsuln wichtige Vermittler zwischen den Kulturen und für die Handelsbeziehungen der Länder, meinte Doyen Bormann: Umso mehr freute er sich, vor den internationalen Gästen für Schleswig-Holstein, „das schönste Bundesland Deutschlands“, werben zu können. Nach der Begrüßung in der Kammer, auch durch Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann, hatten die Teilnehmer der Konsulnfahrt Gelegenheit, ein Aushängeschild von Wirtschaft und Wissenschaft in Kiel, das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, bei einer Besichtigung kennenzulernen. Danach ging an Bord der „Adler Princess“ zur Regatta-Begleitfahrt.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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