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Trommeln für Inklusion und Vielfalt

Krach-Mach-Tach Trommeln für Inklusion und Vielfalt

Einfach zu bedienen und ordentlich Krach machen müssen die Instrumente, die von Menschen mit Behinderung von der Tagesförderstätte der Stiftung Drachensee gebaut werden. Mit den selbstgemachten Klangkörpern nehmen sie erstmals beim Krach-Mach-Tach an diesem Freitag in der Kieler Innenstadt teil.

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Krach, bitte! Friedrich Rabe (von links), Lars Stepponat, Serkan Gümüs, Annette Schmidt, Petra Frei, Johanna Betzen, Achmet Dumaz und Jasmin Pannizzi stimmen sich auf den Krach-Mach-Tach ein.

Quelle: Gunda Meyer

Kiel. Eine Rassel aus einer Spülmittelflasche oder Trommeln aus großen Konserven- und Lackdosen: Die einfachsten Materialien werden genutzt, um daraus kreative Instrumente zu bauen. „Wir helfen unseren Gruppenmitgliedern zum Beispiel durch Handführungen an der Bohrmaschine“, erklärt Mitarbeiter Lars Stepponat. Unterstützung bekommen die Behinderten auch durch einen so genannten Powerlink, der ermöglicht, über eine externe Taste mehrere elektrische Geräte zu steuern.

 In die Tagesförderstätte in Kiel-Moorsee kommen seit 2013 Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf, die laut Gesetz nicht in Werkstätten arbeiten dürfen. „Wir fördern unsere Besucher individuell in einer eins zu zwei oder eins zu drei Betreuung, damit sie am Arbeitsleben teilhaben können“, erklärt Leiterin Petra Frei. Die Tagesstätte hat Platz für 18 Menschen, die neben der handwerklichen und musikalischen Förderung auch Angebote wie Hauswirtschaft, Bewegung oder Entspannung nutzen können.

 Gemeinsam mit dem beruflichen Bildungsbereich der Stiftung Drachensee werden neun Besucher der Tagesförderstätte am Freitag vor die Krach-Mach-Tach-Jury treten. „Viele nutzen den Tag für einen anschließenden Bummel mit ihren Familien“, erzählt Annette Schmidt, Leiterin des Bereichs Berufliche Bildung. Insgesamt werden wieder hunderte Menschen mit und ohne Behinderung zur Parade erwartet, die ein Zeichen für Inklusion und Vielfalt setzen will.

 Erstmals wird der Umzug in diesem Jahr von Sozialministerin Kristin Alheit und Kiels Oberbürgemeister Ulf Kämpfer angeführt. Neu ist auch die Streckenführung: Ab 13.45 Uhr geht es vom Wilhelmsplatz über die Eckernförder Straße zur Kreuzung Knooper Weg, von dort über den Exerzierplatz und Rathausstraße zum Lorentzendamm und über den Schlossgarten endet die Parade schließlich an der Jungen Bühne im Ratsdienergarten.

 „Bei dem Trommelevent wird vor allem die Kreativität der Gruppen bewertet“, erzählt Friedrich Rabe, Vorsitzender des Vereins Krach-Mach-Tach. Auf der Jungen Bühne startet der Bandcontest ab 14 Uhr. Danach treten bis in den späten Nachmittag inklusive Bands mit Selbstkompositionen auf.

Ausgerichtet wird die Parade vom Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, unterstützt von der Landesregierung und dem Sozialverband.

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Ein Artikel von
Gunda Meyer
Holsteiner Zeitung

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