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Sie wollen doch nur spielen

Video von der Krusenkoppel Sie wollen doch nur spielen

Dutzende kleine Matschmonster springen im Lehmbad umher. „Weil man sich dabei so schön dreckig machen kann“, sagen sie. Antonia, Jasper, Hannah und Maylin haben sichtlich Spaß dabei, sich von oben bis unten mit Matsch zu beschmieren und sich danach im Sand wie Schnitzel zu panieren.

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Jördis Logan und Annemieke Döring sind mit Hannes, Ben, Swantje und Elin (von links) mitten in der Ritterausbildung: Den Spaß am Toben sieht man ihnen an.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Nebenbei helfen die Kinder fleißig mit, den Turm der Bauernlandschaft unten am Berg aufzubauen. Mit Handtuch und Wechselsachen stehen die Eltern dabei – ganz matschfrei kommen sie aber nicht davon. Vor Zauberer Merlins Lesebühne haben sich auch am Montag viele kleine Zuhörer mit ihren Eltern versammelt, um sich die Abenteuer des Ritters Kuno Kettenstrumpf anzuhören. Merlin reiste extra zur Kieler Woche aus dem fernen Britannien an, wo er am Hof von König Artus zaubert. Drei Lesungen täglich mit spannenden Geschichten gibt der momentan erkältete Gast.

Hoch oben auf dem Berg hinter der Ritterburg helfen Lina und ihre Freundin Clara, die Verteidigungsmauer zu errichten. Wild hämmern sie die Bretter auf das Fundament. Obwohl Lina sonst lieber turnt und reitet, trifft sie jeden Nagel auf den Kopf. „Die Kinder können hier kreativ sein und arbeiten selbstständig“, sagt ihre Mutter, die nur zuschauen darf. Um Bretter festzunageln, müssen die Kinder diese erst einmal selbst sägen. Hilfe bekommen sie dabei von den Mitarbeitern der Krusenkoppel. Der sechsjährige Ben sägt aber lieber mit Papas Hilfe sein eigenes Brett zurecht. Standen die kleinen Handwerker am Wochenende noch in langen Schlangen am Sägeplatz an, gibt es am Montag keine Wartezeiten. Obwohl die Drachenkoppel erst den dritten Tag geöffnet ist, sind zwei Aussichtstürme schon fertig gezimmert, die Zinnen sitzen auf den Burgtürmen, und auch viele Gauklerzelte sind mit bunten Stoffen fertig gewebt. „Das Wetter am Wochenende spielte uns in die Hände“ sagt Maike Wiechmann, künstlerische Leiterin der Spiellinie, über die vielen Besucher der vergangenen drei Tage.

Hannes (9), Ben (6), Swantje (6) , Elin (8), Annemieke Dühring und Hannah (6) bei der Ritterausbildung.

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Wie ein bunter Ameisenhaufen sehen die Hüpfburgen aus der Ferne aus. Unzählige Kinder springen ausgelassen durch die Gegend, Eltern versuchen, sie nicht aus den Augen zu verlieren. Daneben stehen viele andere kleine Kieler-Woche-Besucher ungeduldig an, um mit der Rollbahn zu fahren. In einem großen Blumenkasten geht es auf Schienen den Berg hinab. Die zweijährige Emilia und ihre Schwester Meta sind dabei kaum zu bremsen. Wieder und wieder laufen sie mit dem Kasten nach oben. „Die beiden sind richtige Kiwo-Junkies“, beschreibt Mutter Kirsten ihre Töchter.

Derweil bilden Annemieke Döring und Jördis Logan eine Gruppe Kinder zu Rittern aus. Nachdem sie etwas über Tugenden wie Mut und Tapferkeit gelernt haben, stürmen die kleinen Ritter auf der Suche nach der goldenen Drachenschuppe über die gesamte Drachenkoppel. Natürlich werden sie fündig, sodass Hannes, Ben, Swantje, Hannah und Elin abschließend zum Ritter und zur Ritterin geschlagen werden.

Am Eingang der Spiellinie toben sich Mädchen an der Malwand kreativ aus. Klara war schon mehrmals hier und steht auch am Montag stundenlang konzentriert mit Pinsel und Farbe vor den Rittermotiven. „Ich hab’ heute die Schweine, die Dachziegel und die Gesichter gemalt“, zählt die Siebenjährige auf. Seit Jahren kommt sie extra zum Malen auf die Krusenkoppel. Zusammen mit ihrer Schwester Eva und den Freundinnen Charlotte und Halin arbeiten die kleinen Künstlerinnen im Team an der Gestaltung.

Tausende Kinder und Eltern besuchen Ritter Kruses mittelalterliche Landschaft. Spielen und bauen und werken und einfach kreativ sein und Spaß haben. Kein Kind rollt ohne ein Lächeln im Gesicht den Berg hinunter. Action pur: Da sind die Eltern froh, wenn sie mal kurz auf der Bank oder der Wiese entspannen können, während der Nachwuchs beschäftigt ist.

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