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Polizei wappnet sich für Kieler Woche

Nach Terror Polizei wappnet sich für Kieler Woche

Das Sicherheitskonzept zur Kieler Woche wird von Polizei und Landeshauptstadt nach den Terroranschlägen von Paris und Brüssel deutlich verschärft: Besucher müssen sich auf Kontrollen und Zugangsbeschränkungen einstellen.

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Menschenmassen als Anschlagsziel? Die Polizei bereitet sich auf die Kieler Woche 2016 vor.

Quelle: Jan Köhler-Kaeß (Archiv)

Kiel. Die Polizei will personell aufstocken, Veranstalter sollen zusätzliche Sicherheitskräfte stellen. Konkrete Hinweise auf geplante Anschläge gibt es laut Polizei bislang zwar nicht, dennoch wappnen sich die Behörden für den Ernstfall. „Für die Kieler Woche 2016 ist die konkrete Strukturierung einer Besonderen Aufbau-Organisation (BAO) für den Fall eines terroristischen Anschlags geplant“, heißt es in einem internen Protokoll der Amts- und Behördenleiterbesprechung der Landespolizei, das unserer Zeitung vorliegt. Eine BAO wird bei besonders herausragenden Einsatzlagen für „umfangreiche und komplexe Aufgaben“ gebildet. Zuletzt war eine BAO zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik eingerichtet worden. Weiter heißt es in dem Schreiben, es habe seitens der Polizeidirektion Kiel bereits ein Gespräch mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gegeben, „in dem er auf mögliche Anschlagshinweise hingewiesen wurde“. Oliver Pohl von der Polizei Kiel versichert: „Konkrete Anhaltspunkte für bevorstehende Anschläge liegen uns gegenwärtig nicht vor, wir beobachten und analysieren die Lage aber fortlaufend.“

3,8 Millionen Menschen besuchten 2015 die Kieler Woche. „Angesichts der weltweiten Lage ist es unsere Pflicht, bei dieser Großveranstaltung für Sicherheit zu sorgen und ein stimmiges Konzept zu entwickeln“, betont Oberbürgermeister Kämpfer. Polizeisprecher Pohl sagt, die Behörden hätten sich nach den Anschlägen in Paris und Brüssel auf die aktuelle Sicherheitslage und mögliche Gefährdungsszenarien eingestellt. Fest steht schon jetzt, dass die Landespolizei den „Personaleinsatz angemessen erhöhen“ wird. Konkrete Zahlen will Behördensprecher Pohl aus taktischen Gründen aber nicht nennen. In der Diskussion ist außerdem, private Veranstalter von Bühnen- und Aktionsprogrammen dazu zu verpflichten, zusätzliches Sicherheitspersonal zu stellen und bei Bedarf Zugangskontrollen durchzuführen.

„Wenige Monate vor der Kieler Woche ist es notwendig, erkennbare Lücken in der Sicherheitsstrategie und Einfallstore für den internationalen Terrorismus zu entdecken“, sagt Manfred Börner, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Kiels Polizei-Sprecher Pohl versichert, die Behörden würden „nach menschlichem Ermessen ein mögliches Höchstmaß an Sicherheit und Schutz gewährleisten“.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Spätestens seit den Anschlägen von Brüssel ist klar: Der internationale Terrorismus ist im Herzen Europas angekommen und hat auf abscheuliche Art gezeigt, wie verwundbar unsere Gesellschaft ist. Zwangsläufig wirft dies die bange Frage auf, ob man sich eigentlich noch auf Volksfesten, auf Konzerten und Großveranstaltungen wie der Kieler Woche unbesorgt bewegen kann.

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