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Kieler Woche 2016 Viel mehr als heiße Luft
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20:31 23.06.2016
Von Gunda Meyer
Vom Odenwald zur Kieler Woche (von links): Rebecca (24), Christiane (57) und Susanne (28) Arnold machen Urlaub in Kiel. Quelle: Sven Janssen

16 Uhr. Sprit und Nostalgie liegen in der Luft. Dutzende Oldtimer bahnen sich unter den staunenden Blicken der Besucher im Schritttempo den Weg auf das Flugfeld. Während Papa und Opa die Veteranen mit ihren wulstigen Kotflügeln, ausladenden Kofferräumen und historischen Motoren bestaunen, fetzt die Jugend mit Quads über ein abgestecktes Areal, dreht eine Runde beim Aqua-Zorbing oder späht schon einmal bei hohen Trampolin-Sprüngen nach dem Flugzeug, mit dem die Fallschirmspringer kommen.

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Das sind die Bilder von Balloon Sail und Night Glow auf der Kieler Woche 2016.

17.30 Uhr. „Bitte alle das Flugfeld räumen“, hallt es aus den Lautsprechern. Spätestens jetzt gehen alle Blicke gen Himmel, denn eine Cessna verliert ihre Ladung: Nach und nach segeln die Springer vom Luftsportverein Kiel mit ihren bunten Schirmen langsam gen Rasenfläche, auf der sie mit federnden Schritten unter Applaus auslaufen.

Kaum sind die Springer vom Feld, schmeißen die Ballonfahrer ihre Geländewagen an und rollen mit großen Anhängern auf die Fläche. Viele Helfer sind gefragt, um die riesigen Hüllen auszubreiten und den Korb in Position zu bringen. Dann wird’s laut. Die Motoren der Befeuerungsmaschinen laufen auf Hochtouren und die Hüllen der Heißluftballone beginnen, sich in riesigen Wellenbewegungen aufzublähen, bis sie genug Puste haben, um sich aufzurichten. „Beeindruckend, jetzt möchte ich auch mitfliegen“, sagt Rebecca Arnold (24). Sie macht mit ihrer Familie aus dem Odenwald Urlaub in Kiel und will sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

19 Uhr. Start der Ballone. Nachdem die bunten Tupfer vom Himmel verschwunden sind, machen sich die Luftschiffe startklar. „Wir steigen nicht so hoch und können unser Ziel ansteuern, im Gegensatz zum Ballon, der sich von der Thermik treiben lassen muss“, erklärt Pilot Ralph Kremer (53) die Vorzüge eines Zeppelins.

21 Uhr. In Massen strömen Jung und Alt mit Decke, Campingstühlen, Bierchen und Knabbersachen herbei. Sie alle wollen zum Night Glow. Das Lichterkonzert der Ballone startet fünfmal während der Kieler Woche. Astrid und Thomas Haase sind dafür extra aus Schleswig angereist. Für sie ist es der erste Glow. Einige Meter weiter hat es sich Melanie Cosic (22) mit ihren Freunden gemütlich gemacht: „Das Zusammenspiel der Ballone mit der Musik fasziniert mich.“

Die eben noch über Kiel schwebenden Ballone kommen zurück und werden in einer Reihe aufgebaut. „Wir wollen einen Wow-Moment mit Gänsehaut bei den Menschen erzeugen“, erklärt Oliver Koch, der sich seit drei Jahren um die Choreografie der Night Glows kümmert. Dafür sucht er Musik aus, die Emotionen weckt, wie Adeles Hello. „Wichtig ist, dass alle Lieder einen Höhepunkt haben, bei dem die Ballone ordentlich flackern können.“

22.30 Uhr. „Andreas flackert, Ljudmila flackert, alle brennen!“ Koch gibt den 15 Ballon-Piloten über Funk den Takt an. Davon bekommt das Publikum nichts mit, sie hören nur die Musik und entferntes Rauschen der Flammen, die das Feld in warmes Ballon-Licht hüllen. Ah- und Oh-Rufe ertönen. Romantik pur.

23.45 Uhr. Mit kreischenden und bunt leuchtenden Raketen findet der Balloon-Sail-Tag einen fulminanten Abschluss beim Höhenfeuerwerk.

Night Glows

Weitere Night Glows mit anschließendem Höhenfeuerwerk: Freitag und Sonnabend, jeweils ab 22.30 Uhr.

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