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Nina Hagen: Sie kam in Frieden

Blitzkritik Nina Hagen: Sie kam in Frieden

Eine Wundertüte von einem Konzert öffnete Nina Hagen mit ihrer Band beim ausverkauften „Gewaltig-leise“-Konzert auf der Krusenkoppel: Gospels, Folklore, Rock’n’Roll, Rock, Protestsongs, Chanson, vertonte Lyrik von Brecht und Fontane. Aber das alles stand unter einem Motto: Frieden.

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Nina Hagen warb auf ihrem Konzert auf der Krusenkoppel für Frieden und Toleranz.

Quelle: Frank Peter

Der erste Eindruck

Kiel. Nina Hagen hat eine Botschaft, eine politische, und die heißt Frieden und Toleranz. Dennoch ist das hier keine bierernste Angelegenheit, sonst wäre es kein Nina-Hagen-Konzert. Ihre Stimme klingt kratziger und tiefer als früher, in die höheren Lagen wie einst schwingt sie sich nicht auf.

Das Programm

Elvis trifft Wolf Biermann, Zarah Leander trifft  Lenny Kravitz. Dazu „Summertime“, „Je ne regrette rien“, „We Shall Overcome“ oder „Nagila hava“. Verdienstvoll und sehr gelungen die Vertonung von Theodor Fontanes Gedicht “Das Trauerspiel von Afghanistan“. Die paar eigenen Songs sind weniger bekannt, populärere wie „African Reggae“ oder „Auf’m Bahnhof Zoo“ fehlen.

Das Publikum

Offenbar überwiegend Fans, viele sicher schon lange. Mitgesungen oder -geklatscht wird nur selten, allerdings ist das hier auch kein Party-Konzert. Vor der Bühne tanzen sie erst sehr spät, zu einem Blues-Rock-Song gegen Ende des Konzerts  - vielleicht auch, um einen guten Grund zu haben, der Sängerin so mal ein wenig näher kommen zu können.

Was in Erinnerung bleibt

Nina Hagens sympathisch souverän gemeisterter Aussetzer bei der Tonart beim von ihr vertonten Fontane-Gedicht „Das Trauerspiel von Afghanistan“. Unterstützt vom E-Gitarristen, ließ sie sich mittendrin Zeit mit der Suche, wurde fündig, legte dann aber die Akustikgitarre lieber doch irgendwann beiseite.

Fazit

Nachdenklich und poetisch statt dem Klischee entsprechend schrill und ausgeflippt. Nina Hagen hatte eine Botschaft, und die ist angekommen.

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