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Stimmung, Sonne und ein Sieg

Public Viewing auf Kieler Woche Stimmung, Sonne und ein Sieg

Tausende Fans haben auf der Kieler Woche beim Public Viewing der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Daumen gedrückt. Vollends glücklich feierten sie friedlich den 1:0-Sieg gegen Nordirland.

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Gemeinsam feiert es sich besser: Tom, Marie, Betsy, Janika und Lars aus Eutin freuen sich über den Gruppensieg der DFB-Auswahl.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die Kleidungsfarben bekommen schon am Nachmittag einen deutlichen schwarz-rot-goldenen Touch. Viele Fans flanieren noch einmal über die Kieler Woche, bevor sie sich bunt geschminkt an einem der vielen Public-Viewing-Standorte niederlassen. Geschaut wird das EM-Spiel Deutschland gegen Nordirland nicht nur an den großen Bühnen, sondern auch vor vielen aufgestellten Fernsehern.

Das sind die Fotos vom Public Viewing Deutschland gegen Nordirland auf der Kieler Woche.

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Schon fast zwei Stunden vor dem Anpfiff sichert sich Familie Berger aus Kiel einen Platz in der ersten Reihe am Asmus-Bremer-Platz. „Public Viewing ist cool, macht richtig Spaß“, sagt Luca (13), der großer Mario-Götze-Fan ist und selbst Fußball spielt. Seine Prognose: „3:1 für Deutschland!“ Nebenan stimmt Marc Meier (30) seine Vuvuzela. Das Deutschlandtrikot ist für ihn und seine Freunde Kevin Bohnsack (23) und Martin Rathje (30) ein Muss. „Wir waren schon bei der WM zum Public Viewing auf der Kieler Woche“, sagen sie. Die beiden Elektrotechnik-Studenten und Brüder Thomas (22) und Tobias Kissel (20) haben die ersten EM-Spiele in der Uni-Mensa geschaut und freuen sich auf eine spannende Partie: „Es wird hart, aber wir schaffen das.“

Am Ostseekai warten mehr als 10000 Fans, Familien, Paare, Gruppen, Touristen, Kinder und Touristen, die zur Kieler Woche gekommen sind, auf den Anpfiff. Die meisten Fahnen hat ein Junge in einem Orange-Blau-Schwarz gestreiften T-Shirt, der auf den Schultern seines Vaters sitzt. Ziemlich cool schwenkt er mit Sonnenbrille die rund zehn Fahnen, die er in den Händen hält. Die Damenwelt wartet mit extravaganten Accessoires zum Spiel auf: Melanie Lage (33) schlendert mit einer Handtasche in Fußballform zum Public Viewing, deren Reißverschlusszipper eine echte Trillerpfeife ist. Und an der Hörn hat Janne Frey (19) nicht nur ihren Nägeln, sondern auch den Augenlidern einen schwarz-rot-goldenen Anstrich verpasst.

Den wohl außergewöhnlichsten Standort für ihren Fernseher hatten die Mitarbeiter der Augenklinik Rendsburg. Sie charterten ein Segelboot, auf dem der Fernseher platziert ist. Und Julia Volkmann (14) brachte sich mit einer Powertowerfahrt vorab schon einmal auf das richtige Adrenalinlevel. Der Ostseekai indes ist brechend voll. Es ist wenige Sekunden vor 18 Uhr, als NDR-Moderator Jan Bastick die Menge den Countdown runterzählen lässt. Währenddessen lichten sich die Wege an der Hörn, es herrscht gespannte Stille bei den Menschentrauben vorm Bildschirm, die sich mit Fluchen, Jubeln und Anfeuerungsrufen abwechselt.

Die Leinwand an der NDR-Bühne am Ostseekai ist so gigantisch, der Sound so gut, dass man das Gefühl hat, im Pariser Prinzenparkstadion zu sitzen. Die Fans blicken gebannt auf den Großbildschirm. Und dann: 26. Minute, Manuel Neuer hält einen Schuss – und nicht einer, sondern Tausende Menschen atmen auf. Das ist aber nur ein Vorgeschmack auf die 30. Minute: Das Tor für Deutschland fällt, ein ohrenbetäubender Jubel bricht aus, der Torschütze wird ausgerufen: Und der Name Mario Gomez hallt zwischen Ostseekai, HDW und dem Schlossgarten. So laut, dass wohl auch der letzte Einsiedler auf dem Ostufer in diesem Augenblick weiß, dass Gomez soeben ein Tor für Deutschland geschossen hat. Auch an der Hörn tobt die Menge, und die Deutschlandfahnen wehen durch die Luft – hier schauen eine ganze Stadt und ihr Umland Fußball und feuern die Nationalmannschaft an.

Etwa in der 67. Minute: Ein kurzer Kameraschwenk zu Bastian Schweinsteiger, der sich bereitzumachen scheint, und das Kieler Publikum beginnt sofort zu jubeln. Dann 69. Minute, Schweinsteiger wird für Sami Khedira eingewechselt, und die Menschen feiern, als sei ein Tor gefallen. Auch wenn die Fans noch einmal in der 93. Minute „Komm schon, Deutschland, schieß ein Tor“ singen, bleibt es beim 1:0. Glücklich sind sie dennoch mit diesem Ergebnis – Deutschland ist schließlich Gruppensieger.

Von Gunda Meyer und Alev Doğan

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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