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Leinen los für die Kieler Woche 2016

Eröffnung Leinen los für die Kieler Woche 2016

Am Sonnabend gaben Ministerpräsident Torsten Albig und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (beide SPD) den Startschuss vor etwa 10.000 Zuschauern auf dem Rathausplatz. Das Glasen der Schiffsglocke übernahm Albig, Vizekanzler Gabriel das Typhon-Signal, als offizielles Startzeichen.

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"Lang-kurz-kurz-lang", tönt es aus dem Schiffstyphon. Gemeinsame Eröffnung der Kieler Woche auf der Rathausbühne (v. li.): Moderator Gerrit Derkowski, Ministerpräsident Torsten Albig, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Vizekanzler Sigmar Gabriel, Stadtpräsident Hans-Werner Tovar.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die diesjährige Kieler Woche ist damit, mit fast 2000 Veranstaltungen eingeläutet. Kiels Stadtpräsident Hans-Werner Tovar lud die Gäste aus aller Welt zu einem ausgelassenen, fröhlichen und friedlichen Sommerfest ein und schloss in Anspielung an den Appell von Ministerpräsidentin Heide Simonis vor 20 Jahren mit einem launigen „Viel Spaß – und macht keinen Schiet“.

Woche der Superlative

Die Kieler Woche ist das größte Segelereignis der Welt, Norddeutschlands größtes Volksfest, zu dem die Stadt drei Millionen Besucher erwartet. Auch Redner wie Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) beriefen sich beim Eröffnungsempfang im Ratssaal immer auf das eine oder andere Superlativ: Das Spektakel lockt wieder 4000 Sportler mit 1500 Booten und 3500 Soldaten aus zwölf Ländern nach Kiel. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) hob vor allem die Idee der „festen Völkerfreundschaft“ hervor, als er betonte, dass Kiel mit der Kieler Woche Hass und Engstirnigkeit entgegentrete in einer immer unsicherer und unfriedlicher gewordenen Welt. Sigmar Gabriel nahm den Ball auf und sprach von einer „großen Ehre“, die Kieler Woche zu eröffnen, die zehn Tage lang die Welt zu Gast habe. In einer launigen Rede im und später vor dem Rathaus gab er sich als Segler zu erkennen, der den Sport als größtes Freiheitserlebnis gerade für einen Politiker empfindet. Schließlich komme es hier nicht darauf an, woher der Wind wehe, sondern wo die Segeln stünden. Und: „Während des Törns hat nur einer das Sagen.“

Das sind die Bilder von der Eröffnung der Kieler Woche 2016.

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Albig versichert Gabriel Rückenwind

Dass dem SPD-Parteichef in Berlin derzeit viel Gegenwind entgegenbläst, nahm Ministerpräsident Albig zum Anlass, Gabriel zu versichern, dass er in Kiel immer den Wind von hinten verspüren wird. Beide SPD-Politiker erinnerten an das positive Votum für Olympia 2024 in Kiel. Dass das Land trotz des wegen der Absage aus Hamburg geplatzten Olympia-Traums ins Segelrevier in Schilksee investiert, brachte Albig viel Applaus ein: „Die Kieler Woche ist von nationaler Bedeutung“, beschwor er ebenfalls den Geist der Völkerverständigung, indem er die Premiere einer chinesischen Fregatte als Kieler-Woche-Gast als gutes Signal aus Kiel bezeichnete. Vor dem Anglasen bedauerte Albig dagegen den politischen Kurs der Bundesregierung, den russischen Schiffen das Einlaufen zu untersagen. Darauf ging Gabriel, der sich mit Buhrufen, Pfiffen und Transparenten konfrontiert sah, nicht ein. Die Kieler Woche biete Orte, an denen Menschen gut miteinander umgingen und an denen es gelinge, Fremdheit abzubauen, lobte der Vizekanzler und appellierte an die Gäste, die Chance zu Begegnungen zu nutzen. Persönlich verbindet ihn so manches mit Kiel: Bereits im Ratssaal gab er zum besten, dass seine zweite Freundin in den 80er Jahren in Gaarden lebte. Begeistert war er auch als Fan, dass nach der Eröffnung Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys die Rathausbühne stürmten.

Gratis-Konzerte und Wirtschaftspreis warten

Die mehr als 200 Konzerte sind fast alle kostenlos, darunter Stammgäste wie die Bands Torfrock und Illegal 2001 – ebenso Karat, Nina Hagen, Joris, Konstantin Wecker und das Till Brönner Quintett. Der Sänger Max Mutzke tritt mit dem Philharmonischen Orchester Kiel auf.

An diesem Sonntag wird der Kieler Weltwirtschaftspreis als ein gesellschaftlicher Höhepunkt der Kieler Woche überreicht. Diesmal nehmen der frühere italienische Ministerpräsident und ehemalige EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti sowie die Verlegerin Friede Springer die Auszeichnung entgegen. Die Festrede hält Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Maritim ging es bereits am Sonnabend zu: An den Kais lagen fünf große Kreuzfahrer und zwei Fluss-Urlauberschiffe. Höhepunkt auf dem Wasser wird am 25. Juni die Windjammerparade mit 100 Traditions- und Großseglern sein.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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