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Mann nach Provokation brutal getreten

Vorfall vor Sophienhof Mann nach Provokation brutal getreten

Das Handyvideo einer Schlägerei an der Bushaltestelle vor dem Sophienhof Kiel sorgt in sozialen Netzwerken für gesellschaftspolitischen Zündstoff. Der Clip kursiert in zwei Versionen im Netz – eine geschnittene Fassung wird offenkundig von fremdenfeindlichen Aktivisten für ihre Zwecke missbraucht. Das Staatsschutz-Kommissariat der Polizei ermittelt.

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Ein Mann wurde vor dem Sophienhof zusammengetreten.

Quelle: Björn Schaller (Archiv)

Kiel. Auf der Video-Plattform „YouTube“ ist in einer zweiminütigen Sequenz zu sehen, wie ein junger Mann, offenkundig mit Migrationshintergrund, erst wütend auf einen Mann mit einem Rucksack einredet, ihn schubst und schließlich auf den an Boden liegenden Mann eintritt. Bis Donnerstagabend war der Clip bereits mehr als 20000-mal angeklickt worden.

In der Version, die auf einer migrationsfeindlichen Seite bei Facebook veröffentlicht und dutzendfach von Nutzern in dem Netzwerk geteilt worden ist, fehlen zwei entscheidende Szenen, in denen der Mann mit dem Rucksack provokativ den rechten Arm hebt und seinem Kontrahenten „Heil Hitler“ hinterher ruft. Ein User von KN-Online behauptet in einer Mail an die Redaktion, zuvor habe der Mann überdies eine an der Bushaltestelle wartende, mit Kopftuch bekleidete Frau rassistisch beleidigt.

Die Polizei schritt – wie auch der Clip zeigt – bei der Schlägerei ein. Wie Behördensprecher Oliver Pohl mitteilt, handelt es sich bei dem Schläger und seinen Begleitern um „vier polizeibekannte Jugendliche im Alter von 15, 16 und 17 Jahren“, bei dem Opfer um einen 45-jährigen Mann. „Über politisch motivierte Hintergründe kann zur Zeit noch keine Auskunft gegeben werden, da der 45 Jahre alte Mann bei der Auseinandersetzung verletzt und am Donnerstag in einem Kieler Krankenhaus operiert wurde“, so Pohl.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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