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Vom Fußballfeld auf die Klassik-Bühne

Alexander Knappe Vom Fußballfeld auf die Klassik-Bühne

Große Bühnen hatten schon immer eine Anziehungskraft für Alexander Knappe. Der 32-Jährige war schon fast Leichtathlet, irgendwie Fußballprofi und kam in einer Casting-Show zu zweifelhaftem Ruhm. Nun tritt er mit einem Mix aus Pop und Klassik auf - am Freitagabend auf der Rathausbühne.

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Nicht nur auf der Bühne erfolgreich, sondern auch bei den 470 er Seglerinnen bekannt: v.l. Gerhard Müller, Clara-Sofia Stamminger, Alexander Knappe, Hermine Dautzenberg.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Seine Geschichte erzählte Knappe am Freitag KN-Redakteur Gerhard Müller beim Talk in der KN-Medienlounge in Schilksee. 

Denn der gebürtige Cotbusser hat eine Verbindung zu Schleswig-Holstein, die schon aus seiner Bundeswehrzeit herrührt. In Eutin absolvierte er seine Grundausbildung. "Ich mag die Gegend gerne, ich mag die Menschen in Schleswig-Holstein", sagt er. Noch immer hat er ein Zweitspielrecht für die BSG Eutin. "Zocken" sagt er, wenn er übers Freizeit-Kicken spricht. Denn Immerhin hatte er mal einen Profi-Vertrag bei Hertha BSC Berlin. 

Training mit Robert Harting und den Boatengs

Und auch das war irgendwie Zufall - wie so einiges im Leben der selbsternannten "Rampensau", die auf eine Sportschule ging, "weil ich dachte, dass ich da nur Sport machen kann und nicht zum Unterricht muss." Ein Irrglaube, aber das mit dem Sport klappte trotzdem. Er trainierte mit dem späteren Olympiasieger Robert Harting, warf mit 13 Jahren den Speer sogar weiter als der heutige Diskus-Star und wurde Landesmeister. Doch während Harting schon damals mit beinahe zwei Metern ein Leichtathletik-Gardemaß besaß, prognostizierten die Ärzte Knappe einen früheren Wachstumsstop. Also schwenkte er um, auf Fußball. 

Es dauerte nicht lange, bis die Scouts von Hertha BSC Berlin auf ihn aufmerksam wurden. In einer Trainingsgruppe mit den späteren Nationalspielern Kevin-Prince (Ghana) und Jerome Boateng setzte er sich durch, bekam einen Profivertrag. "Das war eine unfassbare Zeit".

Vom Sportler zur Musik

Die wurde von einem Kreuzbandriss jäh beendet. Knappes Profivertrag wurde aufgelöst, im gleichen Jahr fiel er durchs Abitur - und besann sich auf die Musik. Nach mehreren Jahren ohne großen Durchbruch, setzte er auf die Casting-Show X-Factor. Ein damals neues Format, in dem der 19-Jährige die Jury begeisterte. "Aber dann bekam ich ein Angebot von einer anderen Plattenfirma, mit dem ich schnell viel Geld verdienen konnte." Um aus der TV-Show auszusteigen, erfand Knappe einen weiteren Kreuzbandriss. Dann entschied er sich um, gestand seine Lüge, flog aber in der nächsten Runde raus und wurde von der Bild-Zeitung als "Lügen-Kandidat" betitelt.

"Die Geschichte gehört zu meinem Leben. Die letzten fünf Jahre habe ich daran gearbeitet, die negativen Schlagzeilen aus der Google-Suche durch positive zu ersetzen", sagt er.

Erfolgsrezept Pop trifft Klassik

Vor allem mit seiner Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus gelingt ihm das Stück für Stück. Aus der Idee, sich mit einem gemeinsamen Song für den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest zu bewerben, wurde zuerst ein ganzes Album und schließlich eine Tournee mit ausverkauften Konzertsälen. 

Die Mischung von Pop und Klassik hat sich für Alexander Knappe als Erfolgsrezept erwiesen. Am Freitagabend gibt er dem Kieler Publikum gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Kiel beim Classic-Open-Air auf der Rathausbühne eine Kostprobe davon. Konzertbeginn ist um 20.30 Uhr. 

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Ein Artikel von
Merle Schaack
Volontärin

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