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Rettungskräfte im Kieler-Woche-Einsatz

Alles für die Sicherheit Rettungskräfte im Kieler-Woche-Einsatz

Ausnahmezustand Kieler Woche: Innerhalb von zehn Tagen feiern mehr als drei Millionen Menschen in Kiel – doch eines muss laufen: die Rettung. „Die Veranstaltungsflächen beeinflussen sich gegenseitig. Also brauchen alle ein Rettungskonzept“, sagt Stefan Plücker von der Feuerwehr Kiel.

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Die Sandsacksperren sollen einen Terrorangriff mit einem Lkw erschweren – doch sie könnten auch die Anfahrt von Feuerwehr und Rettungsdienst behindern, erklärt Stefan Plücker an der Einfahrt zum Veranstaltungsgelände an der Reventlouwiese.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Der Kräfteeinsatz während der Kieler Woche ist gigantisch: Zusätzlich 245 Retter sind täglich an den Hot-Spots Schilksee, Kiellinie, Innenstadt, Hörn und den Stadtteilfesten präsent, so die Feuerwehr. Sie koordiniert die Hilfsorganisationen von Arbeiter-Samariter-Bund bis Technisches Hilfswerk. Im stickigen Versammlungsraum an der Feuerwehr-Hauptwache am Westring kommen täglich um 13 Uhr rund 40 Männer von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Maltesern und Johannitern zusammen. Kurze Absprachen, ein Check des Bühnenprogramms – alle stellen sicher, dass alles sicher läuft. In der Leitstelle im selben Gebäude sitzen während der Kieler Woche fünf zusätzliche Feuerwehr-Disponenten, die Notrufe bearbeiten. In der Zeit können sich die Einsatzzahlen verdoppeln.

Alle Flächen werden gezielt überprüft

Brandamtmann Stefan Plücker prüfte vor der Festwoche alle Veranstaltungsflächen. Am Wochenende mahnte er noch einige Korrekturen an. Zum Beispiel an der Reventlouwiese: Im Vorfeld gab es hier ein unausgereiftes Rettungskonzept, berichtet er. Das "Radio Bob"-Camp ist neu. Durch das Gelände führt ein zehn Meter breiter Rettungsweg: Der muss sichtbar und sicher sein. „Wir müssen reden.“ Freundlich, aber sehr bestimmt weist Plücker einen Zeltbetreiber an, einen Feuerkorb zur Seite zu schaffen. Ein Stand muss ein Schild entfernen. Das erklärt Plücker auch Bastian Ohrtmann, dem Flächenverantwortlichen. Er nickt. Verstanden. „Wir versuchen schon ein bisschen serviceorientiert zu denken“, sagt Plücker lächelnd, „auch wenn wir nicht immer so wirken.“

Schließlich gibt es auch Orte, an denen Sicherheit nicht gleich Sicherheit ist: „So verhindere ich, dass Fahrzeuge auf die Flächen fahren“, sagt der 49-Jährige mit Blick auf die Sandsacksperren. Dann hebt er den Finger: „Durch feste Sperren kommen wir Retter aber nicht durch.“ Terrorabwehr und Rettung stehen hier in einem Spannungsverhältnis.

Die Reportage steht in der Montagausgabe der Kieler Nachrichten

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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