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Wirtschaft braucht die Kaikante

IHK-Regattabegleitfahrt Wirtschaft braucht die Kaikante

Der Kieler Woche-Tag der Industrie- und Handelskammer (IHK) gilt vor allem wegen der Regattabegleitfahrt traditionell als Nachrichtenbörse und Plattform für die Anbahnung neuer Geschäfte.

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Die Wirtschaft wünscht sich, dass das MFG 5-Gelände mit einer Kaikante und einem Liegeplatz für Seeschiffe ausgerüstet wird.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die Kammer nutzt den Empfang vor der Tour aber auch regelmäßig, um Wünsche an die Politik loszuwerden. Vor etwa 120 Gästen aus der Wirtschaft, den Hochschulen, den Konsulaten und der Politik hat Vize-Präsident Knud Hansen die Forderung an Stadt und Land wiederholt, dass die Landeshauptstadt eine Kaikante für den privaten Umschlag ermöglichen müsse.

Keine der bisher 15 Kieler Kaikanten ist derzeit geeignet, um gewerblich genutzt zu werden. Dies ging aus einer von der Stadt in Auftrag gegebenen und von der Kieler Wirtschaftsförderungsgesellschaft erarbeiteten Analyse hervor. Ein wichtiger Standortvorteil Kiels sei aber die direkte Lage an der Ostsee, so Hansen, der den wegen eines Berlin-Termins verhinderten Präsidenten Klaus Hinrich Vater vertrat. Dafür aber brauche die Wirtschaft Zugänge, wiederholte er die Forderung Vaters, unbedingt das MFG 5-Gelände mit einer Kaikante und einem Liegeplatz für Seeschiffe auszurüsten: „Nur dann kann das dort anstehende Gewerbegebiet sein Alleinstellungsmerkmal einer auch seeseitigen Erreichbarkeit entwickeln.“

Vor dem Hintergrund begrüßt die IHK, dass das Land signalisiert hat, den Bau einer solchen Kaikante zu fördern. An die Adresse der neuen Landesregierung richtete der IHK-Spitzenmann die Bitte, sich an die Zusage zu halten und das Vorhaben kräftig zu unterstützen. Die IHK begreift sich selbst als erste Ansprechpartnerin für die Wirtschaftspolitik. Als solche sieht sie angesichts des Brexits und des Kurses der US-Regierung zum Protektionismus und zur Abschottung sorgenvoll in die Zukunft. Globale Herausforderungen wie Klimawandel und Bevölkerungswachstum brauchten globale Antworten, hofft Hansen auf mehr Gemeinsamkeit in Europa: „Die Welt hat es nötig. Sie hat es verdient.“

Götz Bormann, Chef der Förde Sparkasse und Doyen des Konsularkorps, empfindet trotz aller Krisen eher Aufbruchstimmung, vor allem in Kiel: Neue Dynamik, neue Wohnquartiere und der Zusammenschluss der Wirtschaft mit der Stadt in Richtung Digitalisierung verstärken seinen Optimismus: „Die digitale Woche ist ein vielversprechender Meilenstein“. Erfolge seien nur möglich, wenn alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen sich in ständigem Austausch befänden.

Auch beim Streit um die Kaikante hatte sich der Dialog bewährt: Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hatte wie berichtet in seiner Rolle als Wirtschaftsdezernent vor einem Jahr einen Kompromiss beim Thema Kaikante in Aussicht gestellt. Denkbar sei etwa, dass die Stadt eine Vorratsplanung für eine gewerbliche Umschlagfläche beschließe: „Dann könnten wir schnell reagieren, wenn ein Investor anklopft.“ Auch Stadtpräsident Hans-Werner Tovar, der im Sitz der IHK in der Bergstraße ein Grußwort zum Kieler-Woche-Tag sprach, zeigte sich optimistisch: „Kiel verändert sein Gesicht. Es geht voran. Was die Kaikante betrifft, werden wir das auch noch in den Griff bekommen.“

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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