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Max Giesinger: So soll ein Konzert sein

Blitzkritik Max Giesinger: So soll ein Konzert sein

Bereits zum zweiten Mal beehrte Max Giesinger die Kieler Woche und bescherte mit seiner 90-minütigen sehr unterhaltsamen Show beim „Sound-Check“ am Freitag auf der NDR Bühne dem diesjährigen Volksfest einen tollen Start.

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Max Giesinger begeisterte die Fans auf der Kieler Woche.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die Zuhörer am Ostseekai  zeigten sich ausgelassen und bestens gelaunt, womit sie auf ihre Weise ebenfalls für einen gelungenen KW-Auftakt sorgten.  Kann gerne so weitergehen ...

Das Programm

Nach „Laufen lernen“ gelang Giesinger mit dem Top-Hit 80 Millionen und dem dazugehörigen zweiten Album „Der Junge, der rennt“ der große Durchbruch. Auf dieser Scheibe drehen sich auch die Hits Wenn sie tanzt und Roulette, beide Songs ebenfalls in der Heavy Rotation jedes Pop- und marktorientierten Radiosenders.  Natürlich hatte der Sänger diese vom Publikum heiß ersehnten Songs im Gepäck. Schließt man die Zugabe (Vielleicht im nächsten Leben) ein, stand aber nahezu das gesamte Album auf der Setlist dieses Abends, einschließlich des wuchtig aufgepushten Titelsongs und Openers Der Junge, der rennt. Überhaupt die Arrangements: Begleitet von einer lebhaft groovenden, streckenweise gar deftig rockenden Band, gewann Giesinger den Studiofassungen der Lieder doch einige Überraschungen und damit erhebliches Live-Potential ab. Als ein Beispiel dafür mag In Balance gelten, das hier als farbenfroh-funkige 70er Jahre Nummer daherkam. Giesinger mischte sich  dabei unter die Zuschauer und forderte zum Tanz. Schade nur, und das ist vielleicht der einzige echte Kritikpunkt an diesem schönen Abend, schade nur, dass von solchen Aktionen außer den direkt Umstehenden kaum jemand etwas mitbekam. Denn es gab an der NDR-Bühne keine in solchem Rahmen meist üblichen Led-Videowände oder sonstige Übertragungen nach draußen. Als Giesinger sich also unters Volk mischte, war er für viele erst einmal weg.

Das Entschädigung dafür kam dann aber im Finale, als der Künstler sein 80 Millionen als großes  Gemeinschaftserlebnis inszenierte, und sich dafür sogar drei Kinder auf die Bühne holte.

Das Publikum

Kieler Woche eben. Von ganz klein bis ganz groß. Allen gemeinsam war die Lust am Partymachen. Vorne direkt vor der Bühne wurde clubmäßig getanzt, mitgesungen und dem Fansein gehuldigt. Da trafen sich dann auch die jüngeren, meist weibliche Semester. Weiter hinten, dort wo es der Platz zuließ, wurde von den reiferen Herrschaften auch getanzt, allerdings so, wie man es in der Tanzschule lernt. Max Giesinger bediente sie alle. Und insgesamt erzeugte das eine wunderbare Stimmung.  

Was in Erinnerung bleibt

Die warme, schöne Open Air-Atmosphäre eines Musik-Festivals. Die in diesen Zeiten nicht selbstverständliche Unbeschwertheit und Fröhlichkeit des Publikums und ein extrem sympathischer Max Giesinger, der mit seiner Band ein lebendiges, gekonntes und dabei durchaus nicht spannungsarmes Konzert ablieferte.  

Fazit

So soll ein Konzert, so soll Kieler Woche sein.

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