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Der Elvis von der Post
Kultur-Rausch Kiel 2014

James Brown Der Elvis von der Post

Vor 15 Jahren war The King mal kurz die heißeste Neuigkeit im schnelllebigen Popgeschäft. Ein Familienvater aus Belfast, Postbote, und dann heißt er auch noch James Brown – ein gefundenes Fressen. Nach dem erfolgreichen Album „Gravelands“, auf dem The King Songs verstorbener Kollegen interpretierte, geriet er trotz zweier weiterer Alben mehr und mehr in Vergessenheit. Mit „Return To Gravelands“ meldet er sich nun zurück. Unser Mitarbeiter Steffen Rüth sprach mit dem 45-Jährigen vor dem Konzert in der Räucherei.

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Findet, dass er Johnny Cash viel ähnlicher sieht als Elvis Presley: James Brown alias The King.

Quelle: hfr

Kiel. James Brown, wo zum Teufel haben Sie gesteckt?

Zu Hause. Ich hatte mich vor zehn Jahren von der europaweiten Karriere zurückgezogen und bin fast nur noch in Großbritannien und vor allem in Nordirland aufgetreten.

Warum das?

Schuldgefühle, weil ich meine Frau und unsere fünf Kinder ständig zurücklassen musste.

Ihr Album „Gravelands“ verkaufte sich 160000 Mal. Auf einmal waren Sie ein Popstar. Wie sehr hat sich ihr Leben danach verändert?

Nicht sehr. Elvis ist der King, ich bin immer James Brown geblieben. Wir konnten uns ein größeres Haus leisten. Aber ich bin nicht reich geworden.

„Return To Gravelands“ ist eine Mischung aus Best-Of-Album, Live-Aufnahmen und bislang unveröffentlichten Songs. Sehen Sie diese Platte und die Tour als Comeback?

Ja, das ist ein Comeback. Ich denke, so ein Best-Of ist im Moment genau das richtige für mich, um den Ball wieder ins Rollen zu bringen.

Auch auf „Gravelands“ singen Sie keine Elvis-Songs, sondern Klassiker wie „LA Woman“ von den Doors oder „Sympathy For The Devil“ von den Stones. Warum sparen Sie Presley aus?

Weil ich nicht an ihn heranreiche, geschweige denn ihn übertreffen kann. Außerdem war der Ansatz bei „Gravelands“, das ich zwar so aussehe und singe wie Elvis, aber mich von Elvis-Stücken fernhalte.

Auch „Come As You Are“ von Nirvana oder „Under The Bridge“ von Red Hot Chili Peppers zu übertreffen ist schwierig.

Das stimmt. Aber diese Lieder sind vom Stil her so weit von meinem Ansatz entfernt, dass ich ihnen eine neue Note geben kann. Live habe ich aber Elvis-Songs im Programm wie „Suspicious Minds“ und „A Little Less Conversation“.

Sie wären vermutlich nie The King geworden, würden Sie nicht wie Elvis aussehen, oder?

Wussten Sie, dass Elvis als Kind blond war? Er hat sich die Haare schwarz gefärbt. Bei mir ist Schwarz die natürliche Haarfarbe, aber jetzt muss ich auch färben, ich werde grau.

Wie wichtig ist die Ähnlichkeit?

Das macht es glaubwürdiger. Wobei ich finde, dass ich Johnny Cash viel ähnlicher sehe.

Freitag, 11. April, 21 Uhr, Räucherei (Preetzer Str. 35)

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