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Metal-Queen hielt lautstark Hof
Kultur-Rausch Kiel 2015

Doro und Band in Kiel Metal-Queen hielt lautstark Hof

Über drei Jahrzehnte lang drückt Doro Pesch nun schon der Musikwelt ihren Stempel auf. Sie gilt als Metal-Queen. Überall, wo sie hinkommt, wird sie verehrt. Im sehr gut gefüllten Max-Nachttheater ist das nicht anders.

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Metal-Queen Doro zu Gast im Max

Ließ beim Headbanging immer wieder ihren blonden Haarschopf wirbeln: Doro.

Quelle: Manuel Weber

Kiel. Und dafür liefert das blonde Energiebündel jede Menge Gründe. Zum Opener Touch Of Evil fegt sie auf die Bühne, und sofort sind im Publikum sämtliche Hände oben. Selbstverständlich wird mit der berühmten „Pommesgabel“ – abgespreizter Zeige- und kleiner Finger – gegrüßt. Doro grüßt zurück und es scheint, als hätte sie es sich zur Aufgabe gemacht, nicht zu gehen, bevor der Saal nicht gänzlich kocht.

 Von ihren Gitarristen umringt stürzt sich die 50-jährige Sängerin in die Show, nutzt den gesamten Platz der Bühne, heizt während der Songs emsig an und gibt sich äußerst publikumsnah. Doro zum Anfassen. Sie klatscht Hände ab, geht sogar auf Songwünsche ein. Allerdings muss Für Immer noch etwas warten, doch Doro tröstet: „Na klar kommt das noch!“ Vorher gibt es mit Klassikern ihrer alten Band Warlock ordentlich auf die Ohren. „Ich hoffe, wir können zusammen singen“, geht Doro weiter auf ihre Anhänger ein und zu Burning The Witches, Metal Racer und der Stadion-Rock Ballade Without You fällt es dem Max allzu leicht, der Königin in den Refrains gesanglich zu folgen.

 Dass die alten Songs nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt haben, ist nicht der alleinige Grund für den Erfolg der gebürtigen Düsseldorferin. Sie scheint ungemein dankbar für ihre treuen Fans zu sein. Und dann ist da ihre makellos aufspielende Band. Die bunte Truppe besteht aus den US-Amerikanern Nick Douglas am Bass und Johnny Dee am Schlagzeug sowie den Gitarristen Bas Maas aus den Niederlanden und Luca Princiotta aus Italien, und dieses Quartett stellt hinter Doro eine extrabreite Metallwand auf, die alles bietet, was das Genre ausmacht. Drückende bis in Trommelfeuer ausartende Drums, aggressiver Bass, Gitarrensoli und düstere Akkorde.

 Auf ihre Band kann sich Doro verlassen. Genauso wie auf ihre mit Hits gespickte Setlist, die nun in der jüngeren Vergangenheit wildert. Above The Ashes vom 2006er-Album Warrior Soul ist ebenso opulent und aufgepumpt wie Raise Your Fist In The Air. Dann wird mit Doros erstem Song auf Deutsch der sehnliche Wunsch vom Anfang wahr. Doro beschwört den Chor herauf, und alle folgen ihr wie eh und je.

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