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SHMF 2013 Nichts ist (mehr) geschenkt
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12:00 04.07.2013
Von Konrad Bockemühl
Christian Saalfrank leitet die Sponsorengesellschaft des SHMF. Quelle: Tom Körber
Lübeck

Denn für 2014 gibt es derzeit noch keinen Hauptsponsoren-Vertrag – eine echte Herausforderung für den Leiter der Sponsorengesellschft des SHMF, Christian Saalfrank. Verlängerungen sind nicht mehr selbstverständlich. Aber es gibt, und das wiederum lässt ihn dann doch ruhig schlafen, positive Bekenntnisse aller vier derzeitigen Hauptsponsoren, der S-Finanzgruppe (mit Sparkassen in Schleswig-Holstein, LBS, Provinzial und HSH-Nordbank), Audi, Nordwestlotto und E.ON Hanse.

 Die Signale der treuen Weggefährten des Festivals sind das eine, die Rahmenbedingungen das andere. So dürfte ein weiteres Engagement für E.ON Hanse wenig interessant sein, wenn das Unternehmen nach dem Volksentscheid zum Rückkauf der Energienetze in Hamburg seine Basis verliert – verständlich, dass vor dem 22. September eine klare Aussage zum künftigen Engagement nicht zu erwarten ist. Bei Nordwestlotto ist der neue politische und rechtliche Rahmen Unsicherheitsfaktor. Und auch die Entwicklung bei der HSH Nordbank dürfte deren Einsatz in der S-Finanzgruppe nicht eben stärken. Hatte sich HSH zwischenzeitlich schon ganz zurückgezogen, ist Saalfrank mittlerweile wieder zuversichtlich, die krisengeschüttelte Landesbank doch wieder ins Boot holen zu können. So wie er überhaupt von der Erkenntnis zehrt, dass die Fluktuation bei Großsponsoren eher gering ist, weil sie langfristig wirken wollen.

 Neue Aspiranten für den Hauptsponsoren-Einsatz, der immerhin die siebenstellige Hälfte des Sponsorenetats ausmacht, sind nicht wirklich ins Sicht. Saalfrank setzt auf Treue und Verbundenheit. Er gibt sich nicht der Illusion hin, das irgendetwas ohne Gegenleistungen funktioniert: „Mit Spenden hat das nichts zu tun“. Es gehe vielmehr um den individuellen Zuschnitt eines qualitativen Gegenleistungskataloges, um die Frage, was können wir gemeinsam entwickeln, um dem Sponsoren gerecht zu werden. Das bedeutet viele Gespräche, Kreativität. Saalfrank, in der zweiten Saison beim SHMF dabei, aber schon viel länger im Thema tätig, spricht gar von einem „Knochenjob“. Vier Leute kümmern sich von Lübeck aus um die Sponsoren, im Sommer noch einer mehr. Sie sind unterwegs, „die Sponsorenpräsenz zu erhöhen, ohne die Gesamtästhetik zu gefährden“.

 Aber es sind nicht nur die großen Einsätze (über 250000 Euro im Jahr), um die es zu ringen gilt, die Konzertsponsoren tragen zu dem Sponsorentopf rund 35 Prozent bei, die Unternehmerinitiative SHMF Lounge weitere 15 Prozent (rund 50 Firmen mit jeweils mindestens 6000 Euro Einsatz). Auch im Bereich der 2013 noch stabilen Anzahl von 60 Konzertsponsoren (10000 Euro Mindesteinsatz) mussten neue Formen der Gegenleistungen individuell auf die Firmen zugeschnitten werden. Allemal, seit die Firmen nicht mehr so viele Karten verschenken (dürfen) – Stichwort „Compliance“, aus dem Kontext der Kieler-Woche-Regattabegleitfahrten ein bekanntes Thema. Wenn etwa die Hamburger Feuerkasse sich bewusst für ein jüngeres Publikum interessant machen will, setzt das SHMF vor das große Breakdance-Konzert in der Hamburger Laeizhalle einen Breakdance-Workshop und leistet im Verbund ein Stück Sozialarbeit ...

 Leichter geworden ist das Buhlen um Sponsoren sicher nicht. Saalfrank sieht aber auch neue Chancen, wenn sich das SHMF 2014 unter dem künftigen Intendanten Christian Kuhnt neu aufstellt. Die Basis ist schon mal solide: Schon heute ist das SHMF nach dem Festspielhaus Baden-Baden oder Bayreuth einer der größten Sponsoringnehmer bundesweit, etwa gleichauf mit dem Rheingau Musik Festival. Es gilt, einen guten Ruf auszubauen. Sagt’s und macht sich auf zur nächsten Sponsoren-Visite.

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