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SHMF 2015 - News Mitreißende Höhenflüge
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12:59 09.08.2015
Von Dr. Christian Strehk
Dirigent Manfred Honeck in Lübeck. Quelle: Axel Nickolaus

Während der zerklüftete und aggressive dritte Satz das Erfassungsvermögen des Hörers überfordert, faszinieren im ersten die einfühlsame Verschmelzung von perkussiven Effekten und sinfonischen Farben, fesselt im zweiten das dem Ravelschen Boléro nahe stehende Ostinato des Orchester-Tambourins, dessen pulsierendes Gleichmaß vom Solisten immer wieder auf- und angegriffen wird. Es ist restlos beeindruckend wie der Schwerpunkt-Sonnyboy Grubinger all das mit dem ähnlich extrem geforderten Festivalorchester umsetzt, bevor er das jubelnde Publikum in der ausverkauften Lübecker Musikhalle schweißnass mit artistischen Höher-Schneller-Weiter-Trommelwirbeleien noch mehr den Kopf verdreht.

Im dritten Österreicher im Bunde, dem Dirigenten Manfred Honeck, haben nicht nur Hartl und Grubinger einen starken Partner – auch Tschaikowsky profitiert von dessen Übersicht und souveräner Klangregie. Die Fünfte Symphonie op. 64 des Schwerpunkt-Russen, dessen schicksalsschweres Zentralmotiv noch geheimnisvoller und leiser in der wunderbar geblasenen Solo-Klarinette aufscheint als es die Partitur fordert, wird vom SHFO ohne tränendrüsige Drücker und Verzögerungen stringent und reich aufgefächert. Der langsame Satz wirkt angemessen zerbrechlich. Der Walzer wird exemplarisch elegant in träumerisches Schweben versetzt. Und das Finale erhält von den jungen Virtuosen einen hinreißenden Zug ins hochfliegend Positive. Anders geht das vielleicht, besser nicht.

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