5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
151.000 Besucher beim SHMF 2016

Positive Bilanz 151.000 Besucher beim SHMF 2016

Die letzten Töne des Schleswig-Holstein Musik-Festivals 2016 verklingen am Sonntagabend mit Haydns „Schöpfung“. „Ein extrem positives Resümee“ zog bereits Intendant Christian Kuhnt.

Voriger Artikel
Arbeit an den letzten Dingen

Das Schleswig-Holstein Musik-Festival (SHMF) hat in diesem Sommer 151.000 Besucher angelockt. Das teilte Christian Kuhnt am 26.08.2016 mit.

Quelle: Markus Scholz/dpa

Kiel. Das Jubiläum 30 Jahre Schleswig-Holstein Musik-Festival ist in diesem Sommer nach Ansicht von Intendant Christian Kuhnt mit neuen Konzertformen, einem begeistertem Publikum und oft ausverkauften Vorstellungen eindrucksvoll gelungen. „Wir ziehen ein extrem positives Resümee“, sagte Kuhnt am Freitag. Die Joseph Haydn (1732-1809) gewidmete Komponistenretrospektive und das Solistenporträt des Pianisten Sir Andras Schiff mit zehn ausverkauften Konzerten hätten das Profil des bundesweit größten Klassik-Festivals weiter geschärft. „Dieses Solistenporträt hat Festivalgeschichte geschrieben.“

Mit 151.000 Besuchern (84 Prozent Auslastung) sei zwar kein neuer Besucherrekord wie 2014 und 2015 gelungen (zuletzt 154 000 Besucher). Dies sei auch nicht zu erwarten gewesen, da viele kammermusikalische Konzerte in oft ausverkauften, aber kleineren Hallen auf dem Programm standen. Das habe man schon vorher einkalkuliert.

„Entscheidend ist, ob wir unsere selbstgesteckten Ziele erreicht haben - und die haben wir sogar übertroffen.“ „Wir wollten uns bei 150.000 einpendeln und das haben wir mal wieder gut geschafft:“ Er sei sehr zufrieden. Die Auslastung von 84 Prozent nannte Kuhnt einen Superwert: „Wenn die Batterie meines Handys bei 84 Prozent ist, dann mache ich mir keine Sorgen“, sagte er lachend.

SHMF endet am Sonntag

Mit der spektakulären Aufführung von Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ in der Kieler Sparkassen-Arena klingt am Sonntag (28. August) das Festival aus. Sir Roger Norrington dirigiert das NDR Elbphilharmonie Orchester, dazu singt der Festivalchor.

Seit dem 2. Juli gab es 178 Konzerte, 5 Musikfeste auf dem Lande und 2 Kindermusikfeste. Die Festivalregion reichte von Süddänemark bis zum nördlichen Niedersachsen, 57 Orte mit 104 Spielstätten, darunter Kirchen, Herrenhäuser, Reithallen, eine ehemalige Eisengießerei und das Gelände der Landesgartenschau in Eutin (Kreis Ostholstein)

Zum bundesweiten Stellenwert des SHMF sagte Kuhnt: „Wir bleiben das größte Konzertfestival, das sich vordringlich der klassischen Musik widmet, mit der Anzahl von Konzerten, mit der Bespielung der Fläche - 104 verschiedene Spielstätten, das hat, glaube ich, kein anderes Festival auf der ganzen Welt.“

Solistenporträt ein "Riesenerfolg"

Das Solistenporträt nach der Cellistin Sol Gabetta und dem Perkussionisten Martin Grubinger mit dem eher stillen Künstler Andras Schiff fortzusetzen, „war ein Rieserfolg, unglaublich gut gelungen und originell - das wollen wir als Festival auch immer sein. Wir streben eine große Originalität an, um unser Profil weiter zu schärfen. Dieses Solistenporträt hat Festivalgeschichte geschrieben.“

Das gelte ähnlich für die Retrospektive. Durch die Interpretationen von Künstlern wie Giovanni Antonini, Ton Koopman oder Thomas Hengelbrock habe das SHMF „musikalische Maßstäbe gesetzt und das erreicht - was uns so wichtig war: die Musik von Joseph Haydn herauszuholen aus dem Schatten von Mozart und Beethoven.“

Mit 4800 Besuchern in Kiel feierte die französische Sängerin Zaz („Je Veux“) das publikumsstärkste SHMF-Einzelkonzert. Mehrere tausende Besucher lockten auch die beiden „E.T.“-Filmaufführungen mit der live dazu vom Festivalorchester gespielten Filmmusik in Neumünster an. „Damit haben wir auch wieder ein ganz neues Publikum ansprechen können.“

Höhepunkt: Big Seasons

Besondere Höhepunkte waren die beiden mit je 1400 Besuchern ausverkauften Konzerte „Big Seasons“ als große Geburtstagsfeier zum 30. Geburtstag des SHMF in der Carlshütte in Rendsburg-Büdelsdorf. Sie seien als Gesamtkunstwerk angelegt gewesen, betonte Kuhnt: Bildende Kunst, Musik, aber auch Literatur, die der Schauspieler Klaus Maria Brandauer selbst auswählte - Texte von Haydn, aber auch Goethe oder Rilke.

Zum Wetter erklärte Festivalsprecherin Bettina Brinker: „Wir kommen mit dem norddeutschen Wetter gut zurecht.“. Die meisten Tickets gingen ohnehin im Vorverkauf weg. „Und an den Wochenenden mit den Musikfesten auf dem Lande gab es in diesem Sommer meist noch einigermaßen passables Wetter, aber viele picknicken dann halt auch unterm Regenschirm.“

Für 2017 sind die ersten Pflöcke bereits eingeschlagen. Der Landeszuschuss und die Sponsorengelder seien gesichert. Welchem Komponisten im nächsten Sommer die Retrospektive gewidmet wird, will Kuhnt am Sonntag verkünden.

Kulturministerin Anke Spoorendonk sagte am Freitag: „Erneut hat das Schleswig Holstein Musik Festival eine großartige Bilanz vorzuweisen. Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis und gratuliere dem Intendanten Dr. Christian Kuhnt und seinem gesamten Team zu der eindrucksvollen künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolgsbilanz. Das SHMF hat damit ein weiteres Mal deutlich gezeigt, dass es ein Musikfestival von Weltgeltung mit enormem Besucherzuspruch ist. Das Musikfestival ist eine Visitenkarte für Schleswig-Holstein und die Landesregierung wird es auch weiterhin mit gut 1,2 Mio Euro im Jahr fördern.“

dpa

Voriger Artikel
Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

Mehr aus SHMF 2016 2/3