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Gemischtes Triple

SHMF in Altenhof Gemischtes Triple

Sabine Meyer, Nils Mönkemeyer und William Youn gaben sich Freitagabend in Altenhof ein kammermusikalisches Stelldichein. Das Trio ist nicht nur gut eingespielt, sondern wähnt sich überdies harmonisch verbunden – eine Einschätzung, die sich im Verlauf seines Konzerts eindrucksvoll bestätigen wird.

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Nils Mönkemeyer war zu Gast in Altenhof.

Quelle: Axel Nickolaus (Archiv)

Altenhof. Mozart with Friends heißt Nils Mönekemeyers aktuelle CD, auf der er sich dem Werk des Meisters unter anderem zusammen mit der Klarinettistin Sabine Meyer und dem Pianisten William Youn widmet. Das Trio, mit dem die Besucher des Altenhofer Kuhhauses ihren Freitagabend verbringen, ist also nicht nur gut eingespielt, sondern wähnt sich überdies harmonisch verbunden – eine Einschätzung, die sich im Verlauf seines Konzerts eindrucksvoll bestätigen wird. Im Gegensatz zur CD gibt es dabei mehrere musikalische Stichwortgeber, dazu passend präsentieren sich die drei Kammermusiker in unterschiedlichen Konstellationen. Um hier aber auch als Dreigespann mehrfach zu glänzen, beginnen sie ihren Auftritt in Abänderung des gedruckten Programms mit der Nr. 2, 3 und 7 aus den Acht Stücken für Klarinette, Viola und Klavier op. 83 von Max Bruch, die den Reiz der Kombination von Klarinette und Bratsche unmittelbar offenbaren. Klangfarblich prinzipiell benachbart, unterscheiden sie sich vor allem in Hinblick auf ihre Textur, steht dem offenen Ton der Bratsche hier der geschlossene der Klarinette gegenüber. In Meyers und Mönkemeyers meisterlichen Dialogen entstehen so zugleich reizvolle Schnittmengen und Kontraste, die Youn am Piano optimal grundiert und verbindet.

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Arie Schon lacht der holde Frühling KV 580 in der Fassung für Klarinette und Klavier sowie Joseph Haydns Sonate G-Dur für Violine und Klavier Hob. XV:32 in der Viola-Version folgen zwei Virtuosenstücke, mit denen sich die beiden Klassikstars des Abends als starke Sänger an ihren Instrumenten präsentieren. Aufschlussreich sind dabei nicht zuletzt die kleineren Unsauberkeiten, die beiden unterlaufen: Wirkt ein Patzer bei der gestrengen Sabine Meyer so, als hätte sich der liebe Gott verrechnet, könnte er beim sonnigen Mönkemeyer fast als Improvisation durchgehen. Uneingeschränkte Perfektion dagegen in Robert Schumanns Fantasiestücken op. 73 für Klarinette und Klavier, die die erste Konzerthälfte eindrucksvoll runden.

Nach der Pause ist dann William Youn im Alleingang zu erleben und sorgt mit seiner Interpretation von Joseph Haydns Variationen f-Moll Hob. XVII:6 für den heimlichen Höhepunkt des Abends. Denn pointierter, wesentlicher und fesselnder lässt sich dieses Werk wohl nicht interpretieren – das wird auch der SHMF-Besucher bestätigen, der es wenige Tage zuvor schon einmal aus der ebenfalls inspirierten Sicht des Hammerklavierspielers Kristian Bezuidenhout in Flemhude gehört hat. Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Trio Es-Dur KV 498 für Klavier, Klarinette und Viola „Kegelstatt-Trio“ erteilt das gemischte Triple seinem begeisterten Publikum zum Finale eine weitere faszinierende Lektion in Sachen musikalischer Schattierungskünste, um sich danach mit zwei Kleinoden von Mozart und Bruch stimmig zu verabschieden.

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