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Das Weihnachtsfest von einst und jetzt

Weihnachtsgedicht Das Weihnachtsfest von einst und jetzt

von Rosemarie Röder

Großmutter die im Lehnstuhl strickt,

ist schläfrig und ist eingenickt.

Da kommt bei schwachem Kerzenschein

klein Anna zu der Tür herein.

“Ein Märchen Oma sei so gut“

und Großmutter erzählen tut.

Und draußen ist es schon ganz dunkel,

auf Erden und am Himmel ein Gefunkel.

Großvater kommt, trägt Holz auf dem Arm,

davon wird unsere Stube warm.

Klein Anna schaut Oma an

und hört und träumt vom Weihnachtsmann.

Man hört von Fern die Kirchenglocken,

die Groß und Klein zur Kirche locken.

Geboren wurd das Jesuskind,

worüber alle dankbar sind.

Doch ist die Kirche endlich aus,

da laufen alle schnell nach Haus.

Und draußen liegt tiefer Schnee

und hinfallen tut gar nicht weh.

Zu Hause endlich angekommen,

da wird sich kaum die Zeit genommen,

weils im Haus schon so gut roch,

schaut man geschwind durchs Schlüsselloch.

Dann wird die Türe aufgemacht

und man sieht so die ganze Pracht.

Die Anna sagt noch ein Gedicht,

denn das ist Heilig Abend Pflicht.

Ein Tannenbaum, nicht ganz vollkommen,

man hat ihn aber doch genommen

und die geschnitzte Puppenwiege

und Äpfel eine ganze Stiege.

Auch Pfefferkuchen zwei, drei Stück

zum Weihnachtsfest, was für ein Glück.

Die Kerzen strahlen von dem Baum,

man möchte immerzu hin schaun.

Und Annas Augen sind ganz blank,

für Großvater der schönste Dank,

denn er hat ja so manche Nacht

mit seinem Schnitzen zugebracht.

Die Zeit war karg, ärmlich und arm,

doch um die Herzen war es warm.

Doch nun ihr lieben, lieben Leut

Wie ist das Weihnachtsfest denn heut?

Große Fenster, Lichterreklamen

feine Herren, feine Dame

hasten da die Straßen lang.

Hat man alles? Gott sei Dank!

Hosen, Pullis, Strümpfe, Schuh, Computer, Handy noch dazu.

Menschenmassen eine Menge

In den Geschäften viel Gedränge,

denn es ist ja gleich soweit

und man hat ja wenig Zeit.

Tannenbäume Groß und Klein

er muss grad gewachsen sein,

sonst kann man ihn gar nicht nehmen,

denn man will sich ja nicht schämen

und man kauft noch viele Sachen

die nicht immer Freude machen.

Zur Kirche gehen manche schon,

doch meist nur noch aus Tradition.

Die Kinder sagen kein Gedicht

und auch das Beten kennt man nicht.

Doch Bratenduft und Wohlgerüche

entströmen wieder unsere Küche.

Die Kinder toben durch das Haus

und manchmal hält man es kaum aus.

“Ich wünsche mir Computerspiele“

ruft Laurin laut und zwar ganz viele.

Und ein großes Puppenhaus sucht

man für Anette aus.

Süßigkeiten noch dazu

endlich kommt man dann zur Ruh.

Fertig sind nun all die Sachen,

die gewiss auch Freude machen.

Wird nun die Stube aufgemacht

sieht man auch hier die ganze Pracht.

Der Tannenbaum dort in der Ecke

reicht schier bis an die Zimmerdecke.

Die Eltern haben mit Bedacht

ja alles schön zurecht gemacht.

Den Apfel und den Pfefferkuchen

den wird man wohl vergeblich suchen.

Denn auf dem Gabentisch allein

solln extra feine Dinge sein.

Doch gibt es auch noch zu bedenken,

was soll man heut zu Tage schenken?

Es ist ein großer Überfluss

der bring mal Freude, mal Verdruss.

Vom Fest ist man dann ganz berauscht.

Was nicht gefällt, das wird getauscht.

Doch bei dem Lichtschein unserer Kerzen

soll Friede sein, in unsren Herzen

Ja Glück und Friede immer dar

für ein friedvoll neues Jahr.

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