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Ein Briefwechsel

Weihnachtsgedicht Ein Briefwechsel

von Wolfgang Koperski

„Sehr geehrter Weihnachtsmann,

leicht fällt’s mir - weiß Gott! - mitnichten,

weil niemand sonst mir helfen kann,

diesen Brief an Sie zu richten.

-

Es geht, Sie können es sich denken,

um uns’ren feinen Herren Sohn,

den zu erziehen und zu lenken

mir Kopfweh macht seit Jahren schon.

-

Der Bengel grüßt die Nachbarn nie,

hat ständig etwas ausgeheckt,

quält seine Schwester, ärgert sie

und hat vor niemandem Respekt.

-

Das Chaos da in seinem Zimmer

ist einzigartig auf der Welt,

an’s Ordnung schaffen denkt er nimmer,

doch pünktlich an sein Taschengeld!

-

Ja, ein Problem ist auch die Schule,

weshalb ich schier verzweifelt bin,

lernt einfach nicht, der Supercoole,

und oft geht er erst gar nicht hin.

-

Hier nun mein Plan: bei der Bescherung,

wenn Sie … na ja, Sie wissen schon,

bekommt zum Zwecke der Bekehrung

jeder was – bloß nicht mein Sohn!

-

Gewiss wird er vor Schreck erblassen,

sich besinnen obendrein,

in Zukunft all die Faxen lassen

und so brav wie früher sein.“

-

„Werter Herr, nie kann gelingen,

der Plan, den Sie sich ausgedacht.

Den Filius zur Vernunft zu bringen

steht leider nicht in meiner Macht.

-

Es gibt, was ich nicht ändern kann,

dafür ein Argument, das sticht:

Sie glauben an den Weihnachtsmann,

Ihr Sohn jedoch – der leider nicht!  

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