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Leo, der hässliche Weihnachtsbaum

Weihnachtsgedicht Leo, der hässliche Weihnachtsbaum

von Irmgard Schwarten

Na ja, hässlich ist ein hässliches Wort - doch steh ich alleine hier, an diesem einsamen Ort.

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Ganz hinten seh ich noch Klaus,Hans und Luise - auch sie sind alle stehen geblieben.

Wir sind nicht schön gewachsen, sagen die Leute - aber Weihnachten ist doch schon heute.

Drum wird es auch diesmal keine Weihnachten für mich geben. Na gut, bleib ich wenigstens am Leben, erfreu mich an Luise,die hässlich ist wie ich, doch das stört mich nicht.

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Als Kind war ich immer sehr schüchtern - nicht keck und hab mich zwischen meinen Brüdern und Schwestern versteckt. Nach allen Richtungen breiteten sie sich aus und ich kam aus diesem Gefängnis nicht mehr raus. Meine Zweige blieben krumm und klein - drum holen mich auch keine Menschen in ihr Heim.

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Luise zwinkert mir wieder zu - ach Luise es hat keinen Zweck, du bist einfach zu weit weg.

Na ja, ein bisschen Wärme wär schon ganz schön. Warum musst du auch soweit weg von mir stehen.

Es wird immer kälter und kälter, kein Kind lässt sich mehr sehen - auch keine Eltern. Alle sind schon zu Haus und putzen meine Brüder und Schwester weihnachtlich raus.

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Im nächsten Jahr steh ich also immer noch hier - bei Wind und Wetter. Aber meine Brüder und Schwestern sind dann bestimmt schon geschreddert. Bei diesen Gedanken wird mir wieder warm.Ach Luise wärst du näher bei mir, wir strahlten uns an und Weihnachten wäre dann auch hier.

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