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Molly

Weihnachtsgedicht Molly

von unbekannt

Wie jedes Jahr traf ich mich mit meiner Freundin Helia, um über einen der vielen schönen Weihnachtsmärkte in unserer Umgebung zu bummeln. Dieses Mal waren wir aber nicht allein unterwegs.

An meiner Seite trottete meine einjährige Hundedame Molly mit uns durch die engen Gässchen zwischen den Buden mit Glühwein, Mutzen und allerlei schönen Dingen.

Neugierig, wie ein Hund gerade in diesem Alter ist, schnüffelte sie an allem und jedem. Besonders Kinder hatten es ihr angetan und so wedelte sie immer kräftig mit ihrem Schwanz wenn diese unseren Weg kreuzten.

Während wir uns nun durch die Menge von Stand zu Stand schoben, um die schönen ausge-stellten Waren zu betrachten, schlüpfte Molly in dem Gedränge aus ihrem Halsband und ver-schwand. Kein Rufen oder Locken half, Molly war wie vom Erdboden verschluckt. Voller Sorge, dass meinem Hund etwas zustoßen könnte, trennten Helia und ich uns, um den ganzen Markt nach ihr ab zu suchen. Doch von Molly war weit und breit nichts zu sehen oder zu hö-ren. Dicke Tränen liefen über mein Gesicht. Wo war meine Molly?

Während ich in meiner Tasche nach einem Taschentuch kramte, hörte ich plötzlich hinter mir eine tiefe Stimme. "Warum denn so traurig?" Ich drehte mich um und staunte nicht schlecht.

Da stand er, der Weihnachtsmann, in voller Größe und reichte mir ein Papiertuch. Ich schneutzte hinein, wischte mir die Tränen ab und erzählte diesem wildfremden Mann im Weihnachtsmannkostüm meine Geschichte.

Der brummelte daraufhin leise etwas in seinen langen weißen Bart, kratzte sich am Kopf und sprach:" So so, da ist die kleine Molly wohl allein auf Entdeckungsreise gegangen."

Dann zeigte er auf eine riesige, mit Lichtern und bunten Kugeln geschmückte Tanne und schickte er mich mit den Worten fort: "Wenn du leise bist und der großen Tanne dort hinten zuhörst, wird sie dir flüstern, wo du deine Molly findest."

Unter normalen Umständen hätte ich diese Worte nicht für ernst genommen. Doch in meiner Verzweiflung klammerte ich mich an jeden Strohhalm und so zwängte mich durch die Men-schenmengen hin zu dem hell erleuchteten Baum. Dort angekommen, lauschte ich angestrengt. 

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