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Weihnachten im Krieg

Weihnachtsgedicht Weihnachten im Krieg

von Gisela Brendel

Im Krieg geboren,

beim Angriff fast das Leben verloren.

In der Geborgenheit der Familie

gab es immer gute Liebe.

In der allergrößten Not

gab es immer noch ein Stückchen Brot.

Man lernte die Bescheidenheit,

es gab keine Missgunst und keinen Neid.

Und dann kam der „Tag der Tage“ näher,

wir Kinder wurden neugierige Späher.

Was hatte der Vater mitten in der Nacht

im Keller heimlich nur gemacht?

Warum klapperte Mutters Nähmaschine vor sich hin?

Das hat doch sicher einen Sinn.

Die Eisblumen glitzerten auf den Fensterscheiben,

mit kleinen Fingern konnte man neue Motive verreiben.

Am Heiligabend war es soweit,

die Puppe bekam ein neues Kleid.

Der Vater hatte eine Stube ans Puppenhaus gebaut.

Wie oft hat er sich auf die Finger „gehaut“?

Der Puppenstubenraum war neu tapeziert,

die Bettchen bekamen Kissen, damit die Puppe nicht friert.

Die Mutter hielt Kartoffelsalat mit Würstchen parat.

Der Weihnachtsbaum leuchtete in aller Pracht,

es gab nur Freude in dieser Nacht.

Die Gedanken an diese doch schwere Zeit,

hatten immer noch ein Lächeln bereit.

Kinderzeit – schöne Zeit!

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