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Das verschwundene Rezeptbuch

Weihnachtsgeschichte Das verschwundene Rezeptbuch

von Aileen Mustroph, 15 Jahre 

Ich kam am Morgen des 23. Dezembers in meine Bäckerei. Nachdem ich das Licht einschaltete, überkam mich Panik. Die ganze Bäckerei war verwüstet. Mein Herz raste und mein ganzer Körper zitterte. Ein paar Minuten später kam mein Mitarbeiter Jan, der ein überraschtes und erschrockenes Gesicht machte. „Lass uns das ganze Chaos mal aufräumen und schauen, ob alles da ist!“, schlug Jan vor und machte sich sofort an die Arbeit. Ich half ihm und dabei breitete sich ein ungutes Gefühl aus. Meine Befürchtung bewahrheitete sich. Das Rezeptbuch meiner Großmutter war verschwunden. Erst gestern hatte ich das Buch von ihr bekommen. In dem Buch waren alle Rezepte drin, die meine Großmutter und ich jedes Jahr an Weihnachten gebacken haben. Meine Augen glänzten immer, wenn die Kekse aus dem Backofen kamen. Die ganze Küche roch dann nach Weihnachten. Noch heute fühlte es sich genauso an wie damals mit meiner Großmutter. Ihr habe ich es zu verdanken, dass ich mir meinen Traum einer eigenen Bäckerei erfüllt habe. Sie hat immer an mich geglaubt. Heute wollte ich zusammen mit Jan ein paar Weihnachtsrezepte von dem Buch backen. 

Bis morgen früh mussten wir ein ganzes Sortiment an Weihnachtsgebäck fertigmachen. Den Tränen nahe sagte ich: „Jan! Das Rezeptbuch ist verschwunden!“ Ein besorgter Ausdruck huschte über sein Gesicht. Dann nahm er mich in Arm. „Wir gehen es sofort suchen, und wir werden es finden.“ Nach diesen Worten fühlte ich mich etwas besser. Also ließen wir die Bäckerei für den heutigen Tag zu und machten uns auf die Suche. Den restlichen Tag lang suchten wir im Dorf nach dem Buch und fragten die engsten Bekannten. Um fünf Uhr nachmittags saßen wir wieder in der Bäckerei. Nahe an der Verzweiflung war ich. Wie aus dem Nichts erstrahlte ein gleisendes Licht in der Bäckerei. Als ich meine Augen wieder öffnete, stand ein Engel in der Mitte des Raumes. Ich traute meinen Augen nicht. In meinem Geschäft stand tatsächlich ein Engel mit Flügeln und einem Heiligenschein. „Guten Abend! Ich bin der Weihnachtsengel! Entschuldigt, dass ich euch erschreckt habe! Ich habe dein Rezeptbuch mitgebracht. Ein Weihnachtswichtel hat sich einen Spaß daraus gemacht, es sich zu nehmen. Es tut mir so schrecklich leid!“ Nach diesen Worten überreichte mir der Weihnachtsengel das Rezeptbuch meiner Großmutter. 

Dabei schenkte er mir ein warmes, aufmunterndes und entschuldigendes Lächeln zugleich. Eine Sekunde später verschwand der Weihnachtsengel schon mit einem hellen Lichtblitz. Noch immer überrascht von diesem Erlebnis fingen Jan und ich an, das Weihnachtsgebäck für das morgige Weihnachtsfest zu backen. Wir buken die ganze Nacht und schafften alles bis zum Morgen. Wir feierten gemeinsam mit unseren Kunden ein wunderbares Weihnachtsfest mit leckerem Weihnachtsgebäck. Nun glaubte ich an Weihnachtswunder und den Weihnachtszauber.

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