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Die Sorgen des Weihnachtsmannes

Weihnachtsgeschichte Die Sorgen des Weihnachtsmannes

von Moni Stender, 61 Jahre

Nun ist also wieder einmal Heiligabend. Ihr sitzt gemütlich bei Kartoffelsalat und Würstchen oder anderen Leckereien im Weihnachtszimmer, die Kerzen brennen, und unter dem Tannenbaum stapeln sich die Geschenke. Könnt ihr euch eigentlich vorstellen, was es bedeutet, Millionen von Päckchen innerhalb von Stunden an die richtigen Adressen zu bringen? Nein! Könnt ihr nicht. Da macht ihr euch überhaupt keine Gedanken. Und ich renne mir die Hacken ab. Ich, der Weihnachtsmann!
Auf die Rentiere ist auch kein Verlass mehr. Seitdem die in der Gewerkschaft des öffentlichen Himmeldienstes sind, bestehen sie auf regelmäßige Pausen. Sind nicht mehr bereit, vom 24. Dezember bis zum 6. Januar durchzuarbeiten. Und wer muss das ausbaden? Natürlich ich, der Weihnachtsmann! Ganz allein muss ich mich nun durch die Kamine kämpfen oder ungesehen unter die Tannenbäume schleichen. Ich kann euch sagen, das ist so manches Mal eine ganz schön staubige Angelegenheit.
Na ja, es gibt auch noch anderes Personal in dieser Zeit. Da sind z. B. die Engel. Die sind zwar ganz willig und auch in keiner Gewerkschaft, aber meist mit anderen Dingen beschäftigt, wie Hosianna singen, Frohlocken und Schutzengeleien. Also auch keine große Hilfe. So bleibt alles an mir hängen.
Und die Wunschlisten werden immer länger und die Geschenke immer größer. Kann mir irgendjemand erzählen, wie ich eine Waschmaschine ohne großen Aufwand unter den Tannenbaum packen kann? Bestimmt nicht. Und dann dieser ganze technische Kram. Da blick ich überhaupt nicht durch. Früher hatte ich Puppen und Eisenbahnen im Gepäck. Oder Bücher und neue Socken. Heute ist es ein halber Elektromarkt.
Und dann das Gemecker hinterher, wenn doch nicht alles so ist, wie gewünscht. Ich sag euch was, ich kann’s nicht mehr hören! Da könnte ich alles hinschmeißen. Doch dann sind da diese glücklichen Kinderaugen. Na gut, manch Erwachsener ist auch glücklich, und diese Glücklich-Gucker, die sind es, die mich überhaupt weitermachen lassen. Sonst würde für mich wohl so manches Weihnachtsfest wie bei den Rentieren mit einer roten Nase enden.
So wünsche ich denn allen ein frohes Weihnachtsfest, egal ob unter Palmen oder unter dem Tannenbaum. Ich ziehe mich bis zum nächsten Jahr an den Nordpol zurück, um meine wohlverdiente Ruhe zu genießen.
Euer Weihnachtsmann

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