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Weihnachtsgeschichten 2017 Mein Dorf
Weihnachten Weihnachtsgeschichten Weihnachtsgeschichten 2017 Mein Dorf
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Mein Dorf in Mittelholstein ist recht klein,

es liegt an der Stör und dort bin ich daheim.

Westlich des Dorfes viel Wald und Heideflächen,

das ist der Naturpark mit seinen Mooren und Bächen.

Im Mittelalter herrschte hier reges Leben

auf den bedeutenden Handelswegen.

Mitten durch mein Dorf führte der Ochsenweg.

Auf historischem Pfad man wahrlich geht.

Am Dorfplatz kann man den Hinweis lesen,

was hier passierte und wer hier gewesen.

Wikinger, Pilger und Handwerksburschen,

Könige und Kaufleute in ihren Kutschen,

Bettler, Soldaten und die Sitten waren rau,

alte Schriften überliefern das ganz genau.

Plünderungen in Herbergen, Häusern und Ställen,

niemand war sicher vor Überfällen.

Heute lässt’s sich im Dorf in Ruhe leben,

als hätte es das alles niemals gegeben.

Hier lebe ich unter 500 Jahre alten Eichen,

wo Fuchs, Reh und Hirsch durch die Wälder streifen,

wo sich das Eichhörnchen in meinem Garten

vergnügt,

wo man die Galloways auf den Weiden sieht.

Ich öffne die Türe und gehe hinaus,

ein paar Schritte zur Straße vor meinem Haus.

Blau-schwarz ist der Himmel, Abenddämmerung macht sich breit,

Lichter in allen Fenstern – es ist Weihnachtszeit.

Auf dem Dorfplatz steht ein großer Weihnachtsbaum,

er strahlt wie ein einziger Lichtertraum.

Ich stelle mir vor, dass Schneeflocken fallen

und Kirchenglocken aus der Ferne hallen.

Der Dorfplatz ist still und menschenleer,

nur ein Kätzchen fand noch den Weg hier her.

Im Café gegenüber sind die Türen geschlossen,

das Licht im Raum ist inzwischen erloschen.

Auch ich schließ’ die Tür, trinke noch ein Glas Wein,

mein Dorf ruht im weihnachtlichen Lichterschein.

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