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Etwa 250 Studierende bekundeten gestern zur Mittagszeit ihre Solidarität mit den Besetzern der Alten Mensa.
Foto: Geist
Zur Mittagszeit prägten an der Ecke Westring/Olshausenstraße jedoch erst einmal kämpferische Töne das Geschehen. In einer Solidaritätskundgebung für die aufgrund eines vom Uni-Präsidium verhängten Hausverbots unter Druck geratenen Besetzer setzte es teils herbe Kritik gegen die Vorgehensweise der Hochschul-Chefetage. Die mit dem Hausverbot verbundene Drohung mit Zwangsexmatrikulation sei „bundesweit einmalig“ und mithin ein „billiger Einschüchterungsversuch“, empörte sich ein Redner.
Freundlichere Töne wurden offenbar kurz zuvor in einem internen Gespräch zwischen Präsident Prof. Gerhard Fouquet und einer Besetzer-Delegation angeschlagen. Fouquet hatte dabei nach Darstellung von Teilnehmern Sympathie für die Ziele der Protestierenden durchklingen lassen, pochte jedoch zugleich darauf, dass der Lehrbetrieb durch die Aktionen nicht weiter gestört werden dürfe. Der gestern vorgelegte Kompromissvorschlag soll beiden Ansinnen gerecht werden und liefe auf eine Art „Besetzung light“ hinaus. Wie seit dem 18. November gehabt, könnten die Besetzer in der Alten Mensa relativ frei schalten und walten, für Vorlesungen und andere Lehrveranstaltungen müssten die betreffenden Räume aber freigemacht werden.
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Im Wissen um die ohnehin symbolische Bedeutung ihrer Besetzung können die meisten Protestler mit dieser Lösung offenbar ganz gut leben. Die etwa 250 Teilnehmer eines Plenums, das sich der Kundgebung anschloss, äußerten mit großer Mehrheit Zustimmung dafür. Allerdings gilt das einstweilen nur als Meinungsbild, denn formell abgestimmt werden sollte erst gestern am späteren Abend.
Unterschiedliche Reaktionen ruft die Besetzung unterdessen in den politischen Nachwuchsorganisationen hervor. „Wenige ignorante Studenten“ führen aus Sicht von Frederik Heinz, dem Vorsitzenden des Kreisverbands der Jungen Union, zu nicht hinnehmbaren Beeinträchtigungen des Lehrbetriebs. „Die Proteste stören und sind angesichts der Sachlage ein falsches Mittel. Die Studenten sollten lieber Vorschläge machen, wie das an sich sinnvolle Bachelor/Master- System besser umgesetzt werden kann, anstatt auf Blockadeinstrumente der 68er zurückzugreifen und so den Studienablauf selber zu beeinträchtigen“, meint die Junge Union.
Für die Grüne Jugend Schleswig-Holstein ist dagegen die Drohung mit Zwangsexmatrikulation „unverhältnismäßig“. Um eine Eskalation zu vermeiden, müsse „von beiden Seiten mehr Gesprächs- und Kompromissbereitschaft bestehen“, mahnte gestern Grüne-Jugend-Geschäftsführer Erik Sachtleber. Die Entwicklung am gestrigen Tag scheint darauf hinzudeuten, dass dieser Wunsch durchaus in Erfüllung gehen könnte.
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