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Zeichnerin Tove Jansson und ihre Kinderbuch-Helden

Landesbibliothek SH: Auf ins Mumin-Universum!

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Ruth Bender | kn | 14.05.2010
19:06 Uhr
aktualisiert: 19:32 Uhr



Eigenwillige Helden: Die Mumin-Familie. Tove Jansson (re.) vermittelte mit den Comic-Figuren ihre Idee von Toleranz und Freiheit. Repros Finnland-Institut / Frank Peter



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Eigenwillige Helden: Die Mumin-Familie. Tove Jansson (re.) vermittelte mit den Comic-Figuren ihre Idee von Toleranz und Freiheit. ... mehr
Foto: KN-online.de


Mama braucht unbedingt die Streifenschürze und ihre Handtasche, Papa seinen Zauberhut; und die kleine My ist ohne ihren Gouvernanten-Haarknoten ganz und gar undenkbar: Die Mumins und ihre Freunde sind eigenwillige Wesen. Rundliche Figuren zwischen Tier und Troll, mit dicken Bäuchen, Nilpferdnasen, Kulleraugen und großen Herzen, in denen eben auch Platz ist für die kleine My, das Schnüferl oder sogar ein paar Menschen.

Zum ersten Mal tauchte die Fabelfigur der finnlandschwedischen Künstlerin Tove Jansson (1914-2001) in den 30er-Jahren in einer Anti-Hitler-Karikatur auf. 1945 erschien mit Mumins lange Reise das erste Buch, zu dem sich bis 1970 weitere acht hinzugesellten. Auf den liebevoll ironischen Punkt brachte die Künstlerin ihre Figuren aber in den Comic-Strips, die sie von 1954 bis 1957 für eine englische Tageszeitung zeichnete. Da macht sich das Schnüferl eifersüchtige Gedanken über die Liebe oder über die Einsamkeit.


Aus dem überbordenden Werk ist in der Landesbibliothek nun eine kunterbunte Mischung zu bewundern: Starkfarbige ganzseitige Zeichnungen aus den Bilderbüchern, die Schwarzweiß-Bilder, in denen Tove Jansson die Charakterzüge ihrer Helden in wenigen knappen Strichen konzentriert. Und das - leider - einzige Original enthält das Mumintal mit seinen Bergen, dem Fluss und dem verschachtelten Muminhaus. Darüber hinweg tröstet eine kleine feine Fotostrecke, die die Künstlerin - abgelichtet von ihrem Bruder Per Olov Janson und dem Fotografen Carl Gustav Hagström - in ihrem Atelier in Helsinki oder in der Sommerfrische auf der Schäreninsel Pellinge zeigt.

„Eigentlich sind die Mumins eine sehr moderne Familie“, sagt Kerstin Poschmann von der deutsch-finnischen Gesellschaft, die die Übernahme der Wanderausstellung initiierte, „ihr Haus steht allen offen.“ Und Märchenerzählerin Ingeborg Tophinke gefällt, wie die Mumins ihre Botschaft von Toleranz und Freiheit ohne erhobenen Zeigefinger vermitteln. Tophinke begleitet die Schau mit drei Erzählprogrammen - eines davon auch zu Leben und Werk von Tove Jansson (20. Mai, 11. Juni). Denn schließlich soll die Schau, in der die Mumins und ihre Freunde auch Plüschgestalt annehmen, Kinder auf das Abenteuer-Boot „Äventyr“ und in das Jahreszeiten-Haus einsteigen können, vor allem eines: zum Lesen verführen.

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Landesbibliothek, Wall 47/51. Bis 27. Juni, Di-Fr 11-17 Uhr. Eröffnung morgen, 11.30 Uhr, mit Dr. Anna-Maija Mertens (Leiterin des Finnland-Instituts Berlin) und Marianne Sinemus-Ammermann (Generalkonsulat Finnland). Info + Anmeldung Tel. 0431 / 696 77-33. Rahmenprogramm. Internet: www.dfg-sh.de




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