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Kiel 14 Tage Hörnbad: Der große Test
Kiel 14 Tage Hörnbad: Der große Test
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18:22 20.10.2018
Foto: Perfekt ausgestattet: KN-Mitarbeiterin Maxine Holsten vor dem neuen, noch nicht ganz fertigen Sport- und Freizeitbad an der Hörn.
Perfekt ausgestattet: KN-Mitarbeiterin Maxine Holsten vor dem neuen, noch nicht ganz fertigen Sport- und Freizeitbad an der Hörn. Quelle: Frank Peter
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Gaarden

Groß war die Erleichterung in der Stadt, als vor 14 Tagen endlich das Hörnbad eröffnet wurde. Doch rasch haben unsere Redaktion zahlreiche Verbesserungsvorschläge und Beschwerden erreicht. Die Temperatur sei zu niedrig, die Umkleidekabinen zu eng, die Schließfächer zu klein – um nur einige der Kritikpunkte zu nennen, die eingegangen sind. KN-Mitarbeiterin Maxine Holsten hat gemeinsam mit Nachwuchsschwimmer Oskar Peters (11) den großen Test gemacht: Was klappt im neuen Bad? Und wo sollte nachgebessert werden?

Der Eingangsbereich

Im Hörnbad angekommen, folgen wir den Fußspuren auf dem Boden, die darauf hinweisen, dass hier noch Bauarbeiter am Werk sind. Es fällt auf, dass das Drehkreuz, durch das wir zu den Umkleidekabinen gelangen, gleichzeitig der bisher einzige Ausgang für Badegäste ist. Es lässt nur eine Person zur Zeit entweder raus oder rein. Mit dem Andrang, den das Hörnbad nach Aussagen der Mitarbeiter in Zukunft erwartet, könnte das problematisch werden.

Von der Tagesmanagerin Lara Osthues erfahren wir, dass ein zweiter Eingang für größere Gruppen wie Schulklassen auf der gegenüberliegenden Seite des regulären Eingangs geplant sei. Ob das schmale Drehkreuz dem Andrang der übrigen Badegäste gewachsen ist?

Die Umkleidekabinen

Im Hörnbad zählen wir insgesamt vier Herrenumkleiden und drei für Damen. Beim Betreten der Räume stellen wir uns erneut die Frage nach der Kapazität. Der Raum ist auffällig klein, wenn mehrere Badegäste sich hier umziehen, wird es eng. Die Tür der Damenumkleide schließt zudem nicht richtig. Das größte Manko: Die zweite Tür führt in einen Übergangsbereich, über den jeder Badegast von den Umkleiden zu den Duschen gelangt. Öffnet sich eine der beiden Türen der Sammelumkleide, herrscht von draußen freie Sicht auf das Innere. Dort gibt es keine Wände als Sichtschutz.

Pluspunkte gibt es für das Schließfachsystem: Dasselbe Armband, mit dem wir durch das Drehkreuz im Eingang in den Umkleidenbereich gelassen werden, schließt und öffnet pro Person einen Spind. Leider befinden sich an den Bändern keine Nummern, mit denen sich die Spinde wieder zuordnen ließen. So muss sich jeder die Schranknummer gut merken. Zusätzlich zu den Spinden in den Umkleiden gibt es das Angebot, Wertsachen in kleineren Schließfächern zu verstauen, die sich unmittelbar neben dem Schwimmbecken befinden. Auch hierfür nutzen wir wieder das Armband und zahlen keine Extrakosten. Verständlich ist allerdings die Kritik an den Schließfächern in den Umkleiden. Schuhe, Rucksack und Mantel finden nur mit Mühe darin Platz.

Das Schwimmbecken

Bisher ist das 50 Meter lange Sportbecken Mittelpunkt der Schwimmhalle. Obwohl das Hörnbad mit den 50 Meter langen Bahnen beworben wurde, ist das Becken durch eine verschiebbare Trennwand überwiegend in zwei 25 Meter lange Bahnen eingeteilt. Dadurch ist eine vielseitige Nutzung gewährleistet: Während wir unsere Bahnen schwimmen, können zeitgleich Vereine und Aquafitnesskurse das Sportbecken nutzen.

Wasser- und Lufttemperatur

Beim Betreten der Schwimmhalle steht uns der Schweiß schon auf der Stirn, trotz Badebekleidung ist es unangenehm warm. Die Lufttemperatur bewährt sich erst nach dem Schwimmen, denn das Wasser ist kühl. Für die sportliche Betätigung im Becken genau richtig, finden wir – und überprüfen die Wassertemperatur mit dem Thermometer: 27 Grad. Laut der Ausstattungsanforderungen für wettkampfgerechte Schwimmsportstätten des Deutschen Schwimm-Verbands sollte die Wassertemperatur zwischen 25 und 28 Grad liegen. Großes Lob gibt es außerdem für die Deckenbeleuchtung, die zwar grelles Licht wirft, aber nicht blendet. Vor allem für die Disziplin des Rückenschwimmens ist das ein großer Vorteil, den viele Schwimmbäder unserer Erfahrung nach nicht vorweisen können. Dass das Sportbecken wettkampfgerecht ist, findet auch Oskar, der Wettkampferfahrung hat. Problematisch wird eine Wettkampfsituation im Hörnbad dennoch. Wir fragen uns: Wohin mit all den Zuschauern? „Der Zuschauerbereich müsste bestuhlt werden“, erklärt Lara Osthues und deutet auf den Bereich am Beckenrand.

Das Personal

Begeistert sind wir vor allem von den Mitarbeitern des Hörnbads. Lara Osthues und ihr Team stehen für alle Fragen und Anregungen zur Verfügung und haben den Hallenbereich stets im Blick.

Von Maxine Holsten

Martina Drexler 20.10.2018
Niklas Wieczorek 20.10.2018