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Kiel 1500 Besucher kamen zum Fufafest
Kiel 1500 Besucher kamen zum Fufafest
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18:24 30.05.2019
Von Karina Dreyer
Zeigten ihr Können im Jonglieren auf dem Professor-Peters-Platz: Ivo Baltjan (links) und Leon Domurath vom Zirkus Beppolino auf dem Fufafest. Quelle: Karina Dreyer
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Kiel

2015 wurde das Fest im Rahmen der Flüchtlingswelle auf dem Nordmarksportfeld ins Leben gerufen. Damals stand das Willkommen und die Integration der Flüchtlinge im Vordergrund. Das hat sich geändert, es ist mehr ein Nachbarschaftsfest. Denn aus den Flüchtlingen sind Kieler geworden, das Fufafest fand nun zum dritten Mal auf dem Professor-Peters-Platz statt und vereint alle im sportlichen Wettkampf und Spaß. „Hier heißt es Mannschaft gegen Mannschaft, und die sind alle bunt gemischt“, beschreibt Tobias Cassalette, einer der Veranstalter. Am Anfang habe man noch auf Arabisch zum Fest eingeladen und auf die Startgelder für die Flüchtlinge verzichtet. „Das ist aber gar nicht mehr in ihrem Sinne, wir gehören einfach alle zusammen“, betont er.

"Klares Zeichen für eine vielfältige und bunte Stadt Kiel"

Eines hat sich nicht verändert: „Wir wollen ein klares Zeichen für eine vielfältige und bunte Stadt Kiel setzen und allen Nörglern und Hetzern zeigen: Wir sind mehr, Kiel ist weltoffen“. Die Veranstalter sehen das Fest unpolitisch, die beiden einzigen politischen Statements seien die Initiativen, denen der Erlös des Festes zugutekommen: Die im Oktober 2018 gegründeten „Omas gegen Rechts“ und das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“, das seit 2016 im Einsatz ist. „Wir möchten die Leute bewegen, sich gegen Rassismus auszusprechen, ihnen zu widersprechen und ausbilden, um am Stammtisch zu argumentieren“, beschreibt Ulf Stephan vom Bündnis. Gudrun Knehler hat vor acht Monaten „Oma gegen Rechts“ in Kiel installiert und schon 220 Mitstreiter. „Wir unterstützen die Jugend, Demos und Aktionen. Wir sind präsent für die Vielfalt“, sagt sie.

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19 Mannschaften kickten beim Fufafest

Und die Vielfalt zeigte sich auch bei den 19 Mannschaften des Straßenfußballs: „Fußball hat eine integrative Aufgabe. Wir möchten Flagge zeigen: Im Team gibt es kein Ich“, so Trainer Sascha Kauder von der Hempels-Mannschaft. Ali Beytur vom Chancen-Patenschaftsbüro Kiel, das sich für Integration und Bildung mit und ohne Migrationshintergrund einsetzt, trat mit seinem Team „Wir sind Paten“ beim Fußballspiel an. Er findet, dass Vorurteile noch sehr präsent sind. Kein seltenes Beispiel: Dunkle Haare, dunkler Teint, so jemand kann bestimmt kein Deutsch sprechen. Er wurde von einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn am Bahnhof auf Englisch angesprochen. Meist käme so etwas von Älteren. „Solche Probleme haben wir nie mit jungen Menschen“.

Ivo Baltjan und Leon Domurath sind beide Trainer im Zirkus Beppolino und zeigten ihre Jonglage-Kunst. „Wir sind in Gaarden stationiert und auf vielen Kinder- und Straßenfesten dabei. Es macht Spaß, die verschiedenen Kulturen im Zirkus zu vereinen“, betont Leon Domurath. Und es sei doch eigentlich „so einfach, nett zueinander zu sein und eine Gemeinschaft zu bilden“.

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