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Kiel Nach Zwangsräumung: So geht's den Tieren
Kiel Nach Zwangsräumung: So geht's den Tieren
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19:21 24.01.2019
Von Kerstin Tietgen
Über 100 Tiere wurden nach der Zwangsräumung in einer Wohnung in Gaarden ins Kieler Tierheim Uhlenkrog gebracht: Darunter Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel. Quelle: Karina Dreyer
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Kiel

Eine ältere Mutter und ihre erwachsene Tochter haben in Kiel-Gaarden scheinbar über einen längeren Zeitraum Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Vögel regelrecht gehortet. Bei einer Zwangsräumung der Dreizimmer-Wohnung wurden etwa 165 Tiere gefunden. Zu den sichergestellten Tieren gehören laut KN-Informationen 22 Katzen, 34 Kaninchen, ein Hamster, 52 Vögel und 50 teils Nachwuchs erwartende Meerschweinchen.

Der Gerichtsvollzieher informierte daraufhin das Veterinäramt und Tierheim Uhlenkrog. Nun werden die Tiere erst einmal versorgt, untersucht und behandelt, bevor sie in ein neues Zuhause vermittelt werden können. Hierfür gibt es bereits Nachfragen.

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Traurig: Sieben junge Meerschweinchen und Kaninchen sind aufgrund ihres schlechten Zustandes mittlerweile gestorben, zwei mussten wegen Tumoren eingeschläfert werden und eine Katze wird noch operiert.

Nach Zwangsräumung in Kiel: Tiere erholen sich langsam

Im Tierheim Uhlenkrog selber musste Platz geschaffen werden, um die Tiere aus der zwangsgeräumten Wohnung in Kiel-Gaarden unterbringen zu können. "Aber es ist schön zu sehen, wie sie sich langsam erholen, sich über die Sauberkeit oder das frische Heu freuen", sagt Tierpflegerin Sandra Giese.

Für die Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen, Vögel wie Wellensittiche, Unzertrennliche, Zebrafinken und andere Rassen hat das Leid mit dem Umzug ins Tierheim Uhlenkrog in Kiel ein Ende. "Wir müssen sie von Parasiten befreien, einige sind sehr mager, zwei Tiere mussten leider wegen Tumore eingeschläfert werden", bedauert Tierheim-Leiterin Elisabeth Haase.

Elisabeth Haase: "Man muss den Gestank doch riechen"

Verwundert zeigte sich die Tierheimleiterin Elisabeth Haase, dass die Missstände in dem mehrstöckigen Wohnhaus in Kiel-Gaarden erst durch den Gerichtsvollzieher aufflogen: "Man muss den Gestank doch riechen, wenn so viele Tiere in eine Wohnung machen, da ist doch ganz viel scharfes Ammoniak in der Luft."

KN-online (Kieler Nachrichten) 24.01.2019
Jennifer Ruske 24.01.2019
Kristiane Backheuer 24.01.2019