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Kiel 2,655 Millionen Euro aus Berlin: Es regnet Geld für die Kieler Innenstadt
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2,655 Millionen Euro aus Berlin: Geldregen für die Kieler Innenstadt

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17:17 30.11.2021
Von Michael Kluth
Kieler Sozialdemokraten frohlocken (v. li.): MdB Mathias Stein, MdL Özlem Ünsal, Ratsfrau Christina Schubert.
Kieler Sozialdemokraten frohlocken (v. li.): MdB Mathias Stein, MdL Özlem Ünsal, Ratsfrau Christina Schubert. Quelle: DPA, Thomas Eisenkrätzer (2)
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Gute Nachricht für Kiel: Die Stadt ist für die zweite Stufe des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ ausgewählt worden. Mit dem Programm fördert das Bundesinnenministerium „innovative Konzepte zur Stärkung der Resilienz und Krisenbewältigung in Städten und Gemeinden“. Kiel erhält dafür 2,655 Millionen Euro.

Insgesamt neun Kommunen in Schleswig-Holstein werden aus dem Bundesprogramm bedacht. Lübeck erhält sogar 4,969 Millionen Euro. Flensburg ist mit 2,321 Millionen Euro dabei. Die Stadt Plön bekommt gut 320 000 Euro, Eutin gut 295 000 Euro.

Zuschlag für nachhaltige Innenstadtentwicklung in Kiel

Kiel hatte sich mit einem Projekt zur nachhaltigen Innenstadtentwicklung um die Fördermittel beworben. Sein Ziel ist „ein lebendiges, vielfältiges und attraktives Zentrum mit belebten Plätzen und Räumen“ bis 2025. Zudem sollen Impulse in Kieler Stadtteilzentren gesetzt werden.

Beispiele der Umsetzung sind eine Konzeptstudie und ein Dialogverfahren zur Umgestaltung des Kieler Schlosses, eine Machbarkeits- und Umsetzungsstudie für ein digitales Meeresvisualisierungszentrum, ein Quartiersmanagement für die Innenstadt und andere Stadtteilzentren, die Digitalisierung dort, eine strategische Veranstaltungsplanung und ein Winterbeleuchtungskonzept für das Holstenfleet.

Ein Zehntel muss die Stadt Kiel aus eigener Kraft finanzieren

Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 2,95 Millionen Euro. Der kommunale Eigenanteil liegt wie in allen bedachten Städten bei zehn Prozent, also 295 000 Euro.

Die Nachricht aus Berlin rief in Kiel Sozialdemokraten auf allen politischen Ebenen auf den Plan. Die SPD rechnet sich den Erfolg zu.

Bundesförderprogramm ist wegen Corona verzehnfacht worden

Der Kieler Bundestagsabgeordnete Mathias Stein versichert, er habe sehr für die Förderzusage gekämpft. Seine Bundestagsfraktion habe mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) dafür gesorgt, das Bundesprogramm von zunächst 25 auf jetzt 250 Millionen Euro zu verzehnfachen, um den Innenstädten aus der Corona-Krise zu helfen.

Kiel erhalte „die Möglichkeit, den lokalen Einzelhandel zu stärken und für mehr Vielfalt in der Innenstadt zu sorgen“, sagt Stein. Das werde die Aufenthaltsqualität erhöhen.

Stadt Kiel kann leerstehende Ladenlokale selbst mieten

Die Kieler Landtagsabgeordnete Özlem Ünsal hebt hervor, dass zum Konzept auch ein Anmietungsfonds für leerstehende Immobilien gehöre. Damit könne die Stadt Ladenlokale selbst mieten und zu erschwinglichen Preisen auch an kleinere Betreiber vergeben, die sich die Innenstadtmieten sonst nicht leisten können.

Ünsal verweist zusätzlich darauf, dass ihre Landtagsfraktion mit der Jamaika-Koalition jüngst ein Landesprogramm für die schleswig-holsteinischen Innenstädte in Höhe von zehn Millionen Euro ausgehandelt habe, von denen Kiel eine halbe Million Euro abbekommt. „Das wird aber nicht ausreichen“, weiß Ünsal. Die Förderprogramme von Bund und Land müssten verstetigt werden.

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Entwicklungskonzept soll jetzt zügig umgesetzt werden

Die SPD-Ratsfrau Christina Schubert kündigt an: „Mit der Unterstützung vom Bund können wir das neu beschlossene Integrierte Entwicklungskonzept zügig umsetzen.“ Es mache sich bezahlt, dass die Ratsversammlung bereits im Sommer die Stadt mit der Bewerbung beauftragt habe, „sodass wir mit zu den ersten Antragstellern gehörten“.

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