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Kiel Gemeinsam die innere Mitte finden
Kiel Gemeinsam die innere Mitte finden
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18:00 02.06.2019
Von Kristiane Backheuer
Teilnehmer des 1. Kieler Yogafestivals freuten sich vergangenes Jahr am Falckensteiner Strand über das prächtige Wetter. Jetzt steht die Neuauflage in den Startlöchern. Quelle: Frank Peter
Kiel

Der gebürtige Marokkaner hat zusammen mit Ayla-Karen Ücgüler (30) das Festival zum zweiten Mal auf die Beine gestellt. An vier Tagen können Yogis gemeinsam praktizieren, sich austauschen, sich kennenlernen, sich ausprobieren, lachen, tanzen, singen und das Leben feiern. Von Donnerstag bis Sonntag, 13. bis 16. Juni, werden am Falckensteiner Strand dazu rund 1000 Besucher erwartet. Dabei sein werden viele, die schon Erfahrungen auf anderen Yogafestivals in der Region gesammelt haben.

Für Barak und Ayla ein echtes Herzensprojekt

Für Barak und Ayla ist das Kieler Yogafestival ein echtes Herzensprojekt. „Wir möchten Räume und Orte erschaffen, wo Menschen zusammenkommen und sich in ihrer Echtheit und Freude begegnen können“, sagt Barak. Als er vor einigen Jahren in Berlin ein Yoga-Event am See erlebt hat, dachte er sich: Das ist doch genau das Richtige für Kiel. So organisierte er 2018 das 1. Kieler Yogafestival direkt am Strand. „Klar hatte ich anfangs auch manchmal den Gedanken: Was ist, wenn das alles in die Hose geht?“, sagt er. „Aber ich habe Vertrauen. Ich denk’ dann nicht ans Geld, sondern an die Freude, die die Menschen haben.“ Sein Leben sei immer von der Frage geprägt: Was kann ich für diese Welt tun? „Schon mein Vater hat mir beigebracht: Gib’, wie Du kannst, dann kommt es von vielen anderen Ecken zurück“, sagt Barak, der seit 2001 in Deutschland lebt und 2004 die deutsche Staatsbürgerschaft annahm. 

"Sahara Yoga" - Selbstfindung in der Wüste

Der Gedanke, anderen Menschen zu helfen, prägt auch sein Arbeitsleben. Derzeit ist er als Krankenpfleger in der Herzchirurgie beschäftigt. Früher waren es mal mehr Stunden. Doch als der Druck im Pflegebereich immer größer wurde, reduzierte er die Arbeit. „In der Wüste habe ich mich dann wiedergefunden“, sagt er. Dort war es auch, wo er sich überlegte, wie er seinen Freunden und Bekannten diese wohltuende Stille zeigen könnte. So wurde „Sahara Yoga“ geboren. 

Seit 2009 bietet er Yogareisen in seine Heimat an. Hier, mitten in der marokkanischen Wüste, wuchs er als Sohn von Nomaden auf. „Die Berber sind ein freies, sehr naturverbundenes Volk“, sagt er. In der Wüste zu sein, sei schon Yoga. Die Ruhe, Klarheit und Stille bringe einen zum Nachdenken. Und ganz automatisch würde man sich mit den Fragen des Lebens beschäftigen. Was möchte ich eigentlich? Was ist mir wichtig? „In der Ruhe schafft man sehr viel“, sagt er lachend und zitiert den Spruch: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.“

25 Gruppenreisen im Jahr

Barak hat selbst kein Yoga-Studio. „Meine besten Yogaübungen mache ich in der Wüste“, sagt er lachend. Rund 25 Gruppenreisen im Jahr organisiert er in sein Heimatland. Dort werden die Teilnehmer von seiner großen Familie mit offenen Armen aufgenommen. „Ich habe elf Geschwister und 54 Nichten und Neffen“, erzählt er. „Die Familie ist der Schlüssel des Lebens.“ Vom Egoismus in der heutigen Welt hält er nicht viel. „Nur gemeinsam sind wir auf dem richtigen Weg“, sagt er. In Marokko holt er sich die unterschiedlichsten Yogalehrer an seine Seite. Gemeinsam wird gegessen, geschwiegen und am Abend am Lagerfeuer musiziert. Einen Teil der Reiseeinnahmen spendet er anschließend an Schul-Hilfsprojekte vor Ort. „Bildung ist wichtig. Die Nomadenkinder würden sonst nicht in die Schule gehen“, sagt er. 

Internationale Yoga-Größen in Kiel

Aber erst einmal wirft nun das 2. Kieler Yogafestival seine Schatten voraus. Was erwartet die Teilnehmer? Viele Seminare und Angebote, um die innere Mitte und den Einklang mit sich selbst zu füllen. In drei Bereichen mit großen Zelten wird gleichzeitig Yoga praktiziert. Übers Internet kann man sich Karten (ab 30 Euro) für einen oder mehrere Tage kaufen und spontan entscheiden, wo man hingehen möchte. Alle eineinhalb Stunden beginnen neue Kurse. Zu den zahlreichen Lehrern, die an den vier Tagen ihr Können vermitteln, zählen unter anderem internationale Stars wie Michael Stewart aus Mexiko und Percy Johannsen aus Portugal. Aber auch viele lokale Größen haben ihr Kommen zugesagt. Es werden Musikbands auftreten – eine reist sogar aus der Ukraine an. Es gibt Yoga mit Musik, Tanzen, ein kostenloses Programm für Kinder. „Man kann hier loslassen, etwas für sich selbst tun und Menschen treffen, die ähnliche Einstellungen und Interessen haben“, sagt Barak. „Sogar aus dem Allgäu kommen Teilnehmer. Das macht mich schon ziemlich stolz.“

Weitere Informationen zum Yogafestival gibt es hier.

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