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Kiel Kieler Tafel: Probleme werden nicht mehr
Kiel Kieler Tafel: Probleme werden nicht mehr
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07:01 14.03.2018
Von Niklas Wieczorek
Nicht mehr ganz so frische oder gespendete Lebensmittel wie Paprika oder Salat werden in Tafelläden an bedürftige Kunden ausgegeben. Die Arbeit wird von Ehrenamtlichen geleistet und finanziert sich ausschließlich über Spenden. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
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Kiel

Der bundesweit heiß diskutierte Aufnahmestopp für Ausländer an der Tafel Essen wird zwar bald wieder aufgehoben, wie kürzlich bekannt wurde, rückte die "Tafeln" aber in das Blickfeld einer Debatte: Die Lebensmittel-Hilfsorganisationen verteilen aus dem Verkauf ausgeschiedene Waren an Bedürftige oder verkaufen sie für ein geringes Entgelt. Hildebrandt zufolge entstand durch die Debatte um die Tafel Essen vor allem eine falsche Wahrnehmung: "Ich finde es völlig verkehrt, eine Ausländerdiskussion auf Flüchtlinge zu beziehen."

Konflikte gibt es immer, aber es läuft gut

Durch die Zuwanderung hatte sich das Verhältnis von Kunden an der Tafel Essen geändert, ältere Deutsche wurden nach Darstellung der Organisation verdrängt. Nicht so im Norden, hält Hildebrandt dagegen, der auch Vorsitzender im Landesverband der Tafeln Schleswig-Holstein und Hamburg ist. Die Tafeln seien eher ein Beispiel für stetige Entwicklungen: "Wir hatten auch schon in den 90ern viele Flüchtlinge hier." Die Zahl der Kunden lag in Kiel bereits vor der aktuellen Flüchtlingskrise bei etwa 2000 Haushalten und sei seither annähernd gleich geblieben.

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"Natürlich gibt es Probleme mit unterschiedlichen Nationalitäten", gibt Hildebrandt bereitwillig zu. Viele der damals gekommenen Flüchtlinge könnten noch immer kein Deutsch. Konflikten beuge die Tafel mit unterschiedlichen Ausgabezeiten und Nummern vor. "Wir wurden natürlich darauf angesprochen", sagt Hildebrandt über die aktuelle Diskussion, "und wir sagen auch, wie es ist: Es läuft bei uns super." Nicht begrüßenswert sei, dass es insgesamt auch hier immer mehr Hilfsbedürftige gibt – so gelte an der Tafel Neumünster seit zwei Jahren ein genereller Aufnahmestopp, für alle. Außerdem kämen nur zehn Prozent derer, die aufgrund ihrer Armut "Tafel"-berechtigt wären. Viele darüber hinaus, sehe man ein einziges Mal und nie wieder.

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