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Kiel Das kreative Geschäft mit der Tierhaut
Kiel Das kreative Geschäft mit der Tierhaut
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17:17 06.11.2019
Von Thomas Eisenkrätzer
Seit 30 Jahren hat die Lederhandlung Klaus Flach ihr Geschäft mit Werkstatt im Hof der Sternstraße 19: Am Sonnabend, 9. November, feiern (von links) Angelika Flach, Jolanta Römer und Klaus Flach mit Kunden und Gästen das Jubiläum. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Es ist, als wäre die Zeit stehen geblieben. Die Regale sind voll mit in verschiedenen Farben gefärbten großen Lederbahnen von Rind, Schaf, Schwein, Ziege und Hirsch. An Haken hängen Lederraritäten von Strauß, Fisch und Ochsenfrosch. Es gibt Felle und Pferdeschweife. Es gibt Schnallen, Garne, Farben, Lederhandwerkzeuge und Zubehör jeglicher Art. Und es gibt eine Werkstatt mit Ledernäh-, -stanz- und -prägemaschinen. Die Zeit ist hier aber nicht stehen geblieben. Viel ist passiert in den vergangenen drei Jahrzehnten, auch in der Lederhandlung Klaus Flach. Aber zwei Konstanten gab es: Werkstatt und Verkaufsraum haben sich seit der finalen Einrichtung 1993 kaum verändert. Und: Die Nachfrage nach Leder ist ungebrochen.

Flummy-Hausschuhe waren der Renner

1984 ist Klaus Flach aus Ulm nach Kiel gekommen – mit dem Theater Die Komödianten, wo er als Techniker arbeitete. Schon bald aber ging er seine eigenen Wege, begann, Lederrucksäcke zu nähen und sie auf Märkten zu verkaufen. 1987 meldete er sich als Gewerbetreibender an, 1989 eröffnete er sein Geschäft in der Sternstraße, 1993 wechselte er ins Nachbargebäude im selben Hof. Kinderlederhosen und vor allem die von ihm entworfenen Flummy-Kinderhausschuhe waren damals die Renner. Von 2000 bis 2003 produzierte er die beliebten Lederpuschen sogar mit zehn Näherinnen und Nähern in einer Werkstatt im Kronshagener Weg, wo er ein zweites Geschäft eröffnete und auch etwa 100 Einzelhändler in ganz Deutschland belieferte.

Zurück zum Kerngeschäft

Doch es wurde ihm zu viel, und er verkaufte die Marke Flummy an einen Kollegen in Süddeutschland, gab den Standort im Kronshagener Weg auf und besann sich auf sein Kerngeschäft: den Handel mit allen Arten und Sorten von Ledern, am liebsten pflanzlich gegerbten, ob für Bekleidung oder Möbel, Pferdesättel oder Motorradtaschen, Schuhe oder Gürtel, Rucksäcke oder Trommeln, Messerscheiden oder Pfeilköcher. „Meine Kunden sind Menschen, die selber gerne Dinge aus Leder herstellen. Das sind Mütter, Väter und Hobbynäher genauso wie Lederwarenhändler, Sattler oder kulturhistorisch Interessierte aus Vereinen und Museen, die die Wikingerzeit, das Mittelalter, das Indianerleben oder die Steinzeit rekonstruieren“, sagt Klaus Flach.

Ans Aufhören denkt er noch lange nicht

Die Kinderhausschuhe gibt es nicht mehr. Doch ganz aus Werkstatt und Produktion hat sich der Schwabe nicht zurückgezogen. Mit seiner Frau Angelika, seiner Mitarbeiterin Jolanta Römer und zurzeit einer Aushilfe produziert er noch Kinderlederhosen, Gürtel, Schlüsselanhänger, Lederarmbänder und kleine Mappen, stanzt, prägt, repariert und berät. Ans Aufhören denkt er auch nach 30 Jahren nicht: „Ich mache weiter, solange es noch Spaß macht. Und es macht noch Spaß.“

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