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Kiel Prozess platzte zum sechsten Mal
Kiel Prozess platzte zum sechsten Mal
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08:00 14.12.2018
Von Thomas Geyer
33 Unfälle soll der mutmaßliche Serienbetrüger zwischen Juli 2010 und Juli 2014 in Kiel und Schwentinental inszeniert haben. Quelle: fotolia
Kiel

Nach dem Gutachten eines öffentlich bestellten psychiatrischen Sachverständigen kann die Justiz dem mutmaßlichen Serienbetrüger aus ärztlicher Sicht „bis auf Weiteres“ keine Gerichtsverhandlung zumuten. Vergebens versuchte das Kieler Amtsgericht bisher, die bereits im Juni 2016 von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Anklage endlich zu verhandeln. Gestern platzte der Prozess um Straßenverkehrsgefährdung und Betrug in je 33 Fällen zum sechsten Mal.

Gericht verlangt Gesprächstherapie

Sollte der Angeklagte seine Hoffnung darauf gesetzt haben, das Gericht könnte jetzt von der Möglichkeit Gebrauch machen, das Strafverfahren gegen ihn endgültig einzustellen, hat er sich getäuscht: Das Schöffengericht unter Vorsitz von Aljoscha Gonschior erlegte ihm vielmehr auf, innerhalb von zwei Monaten eine Gesprächstherapie anzutreten. Sollte sich der Angeklagte der Auflage widersetzen, fehlt er beim nächsten Prozessanlauf unentschuldigt, so die Sprecherin. Dann drohten ihm Zwangsmittel wie Untersuchungshaft oder die Vorführung durch die Polizei.

33 fingierte Unfälle stehen in der Anklageschrift

Der mutmaßliche Serienbetrüger soll zwischen Juli 2010 und Juli 2014 in Kiel und Schwentinental insgesamt 33 Unfälle im Straßenverkehr mit unterschiedlichen Beteiligten angezettelt haben. Nach den Unfällen leisteten die geschädigten Versicherungen mehr als 100.000 Euro Schadensersatz- und Schmerzensgeldzahlungen.

Gezielt soll der Angeklagte an unübersichtlichen Kreuzungen ungeübte oder nachlässige Autofahrer abgepasst haben, um ihren Pkw zu rammen. Anschließend warf er dem Unfallgegner und dessen Haftpflichtversicherung wider besseres Wissen die Verantwortung für den Zusammenstoß vor, so der Vorwurf.

Parallel läuft im Amtsgericht derzeit ein Prozess gegen den jüngeren Bruder des Angeklagten, der als Mittäter an 13 Unfällen beteiligt gewesen sein soll. Hier wird am Dienstag das Urteil erwartet. In 90 Prozent der inszenierten Crashes sollen die Täter mit ihrer Masche erfolgreich zu Geld gekommen sein. Die meisten Versicherungen leisteten prompt Schadensersatz und Schmerzensgeld.

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