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Kiel Weltoffene Lehr- und Lerngemeinschaft
Kiel Weltoffene Lehr- und Lerngemeinschaft
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00:12 24.01.2015
Von Carola Jeschke
Prof. Markus Saur (2.v.li.), Dekan der Theologischen Fakultät, schätzt den Austausch mit seinen Studenten – wie hier mit Laura Gonnermann, Isa Helbig und Max Kröger (v.li.). Quelle: Frank Peter
Kiel

Mit seinen 41 Jahren und seiner offenen Art steht der Dekan der Theologischen Fakultät und Professor für Theologie und Literaturgeschichte des Alten Testaments höchstpersönlich für ein frisches, liberales Konzept, das vor allem eines bedeutet: Kommunikation. „Gerade die Theologie ist darauf angewiesen, sich mit anderen Fächern zu vernetzen.“

Die Fakultät will ihre Absolventen dazu befähigen „christliches Wirklichkeitsverständnis zu einer angemessenen öffentlichen Darstellung“ zu bringen. Ob als Religionslehrer oder Pfarrer: Theologen in der Gesellschaft werden nach Ansicht Saurs ernst genommen, wenn sie Themen reflektieren und diskutieren können. „Wo das gelingt, ist mir um die Theologie nicht bange“, betont Saur. Von den derzeit 500 Studierenden streben 200 das Pfarramt an, die Mehrheit will Lehrer werden. „Das gymnasiale Lehramt ist für uns sehr wichtig – würde das wegbrechen, würden die Fakultät und die gesamte Universität geschwächt.“

 Mit drei Professoren, 80 Studierenden und dem größten Hörsaal im ehemaligen Kieler Franziskanerkloster nahm die Theologische Fakultät vor 350 Jahren als eine der vier Gründungsfakultäten ihre Arbeit auf. Für Universitätsgründer Herzog Christian Albrecht hatte sie einen besonderen Stellenwert, wollte er doch die Ausbildung des geistlichen Nachwuchses sicherstellen. In dieser Tradition sieht sich die Fakultät auch heute vor allem der akademischen Ausbildung angehender Pastoren und Gymnasiallehrer für das Fach evangelische Religion verpflichtet. Acht Professoren und zwei Professorinnen forschen und lehren an insgesamt fünf Instituten – für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie, Neutestamentliche Wissenschaft und Judaistik, Kirchengeschichte, Systematische Theologie sowie Praktische Theologie.

 Zu den Einrichtungen der Fakultät gehören unter anderem die Gesenius Arbeitsstelle für die Neubearbeitung und Herausgabe der 18. Auflage des „Hebräischen und Aramäischen Handwörterbuches über das Alte Testament“ von Wilhelm Gesenius (1786-1842), die Schleiermacher-Forschungsstelle sowie die Kieler Bilddatenbank zum Nahen Osten, deren Bilder von jedermann kostenlos genutzt werden können. Mit neuen Studiengängen wie „Religion und Ethik“ oder Themenfeldern aus der Praktischen Theologie wendet sich die Fakultät bewusst auch aktuellen Themen zu. „Wir müssen konkurrenzfähig bleiben“, sagt Saur, der an den „insgesamt guten Arbeitsbedingungen“ in Kiel auch das enge Miteinander einer kleinen Lehr- und Lerngemeinschaft schätzt.