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Kiel Faszinierende Einblicke in die Vielfalt
Kiel Faszinierende Einblicke in die Vielfalt
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18:34 17.05.2015
Von Volker Rebehn
Riesiger Andrang herrschte im Maschinenmuseum Kiel-Wik an dieser über 60 Quadratmeter großen Modellanlage im Maßstab 1:100. Der „Süderhafen“ ist ein fiktiver Hafen aus der Zeit zwischen 1910 und 1920. Quelle: Volker Rebehn
Kiel

Unter dem Motto „Museum. Gesellschaft. Zukunft.“ stand die Rolle der Museen und ihr Anteil an der Mitgestaltung der Zukunft im Fokus.

 Schnell ist klar: Die frischen roten Erdbeeren, die am Stand von Sabin Kornell und Lisa Böhme in der Medizin- und Pharmaziehistorischen Sammlung stehen, sind nicht für den Verzehr gedacht. „Wir demonstrieren, wie wir die DNA der Erdbeeren gewinnen können“, erläutern die beiden Doktorandinnen aus dem Labor in der Kieler Rechtsmedizin für alte DNA. „Normalerweise“ lüften die beiden genetische Geheimnisse alter Knochen. So versuchen sie zu erklären, warum zum Beispiel Menschen im Mittelalter an Lepra oder Tuberkulose gestorben sind, die allermeisten Menschen aber heute immun gegen diese bakterielle Infektionskrankheit sind. „Die alten Knochen sind gute Indizien über die Bakterien des Mittelalters“, sagt Lisa Böhme.

 Britta Köster hört den beiden Frauen gespannt zu, als diese die Herkunft der mehrere hundert Jahre alten Schädel und Schienbeinknochen erklären. „Es ist spannend, so etwas aus erster Hand erfahren zu können“, sagt die Kielerin, die selbst einmal in der Virusserologie gearbeitet hat. Da sie zudem sehr gerne Museen besucht, sei der Museumstag gerade recht gekommen.

 Riesig ist der Andrang im Maschinenmuseum Kiel-Wik. Die Interessengemeinschaft Kaiserliche Marine hat das Uhrenhaus des Museums in den fiktiven „Süderhafen“, eine über 60 Quadratmeter große Modellhafenanlage im Maßstab 1:100, verwandelt. 20 funkgesteuerte Schiffsmodelle, Kräne, Reeperbahn und vieles mehr ließen die Zeit von 1910 bis 1920 lebendig werden.

 Im Warleberger Hof basteln Kinder guatemaltekische Sorgenpüppchen. In Guatemala sind die kleinen Figuren als Trosthelfer bekannt: Wenn man dem Püppchen seine Sorgen erzählt und es vor dem Schlafengehen unter das Kopfkissen legt, sollen sich die Sorgen in Luft auflösen. Ob das auch die Kieler Kinder erleben? Am Museumstag in Kiel beteiligt waren außerdem die Stadtgalerie, das Stadt- und Schifffahrtsmuseum, das Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei, die Kunsthalle und das Computermuseum der Fachhochschule Kiel.