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Kiel 48-Jähriger gesteht vor Gericht: Bekannten mit Hantel erschlagen
Kiel 48-Jähriger gesteht vor Gericht: Bekannten mit Hantel erschlagen
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15:27 30.10.2019
Ein Justizbeamter steht im Landgericht im Sitzungssaal.  Quelle: Angelika Warmuth/dpa/Archivbild
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Kiel

Mit einer fünf Kilogramm schweren Hantel hat ein 48-jähriger Mann in Kiel nach eigenem Geständnis einen langjährigen Bekannten im Streit erschlagen. Das 59-jährige Opfer starb noch am Abend des 14. April 2019 an einem Thoraxtrauma, wie die Staatsanwältin vor dem Kieler Landgericht sagte.

Er hatte unter anderem beidseitig Rippenserienbrüche erlitten. Im Gesicht des Toten hatte sich die Gewichtsangabe der Hantel „5kg“ eingeprägt. Die Anklage lautet auf Totschlag.

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Alkohol- und drogenabhängig 

Vor der Tat hätten er und sein Bekannter gemeinsam eine Flasche Wodka „mit Himbeerlikör obendrauf“ und etliche Bier getrunken, sagte der Angeklagte am Mittwoch. Beide seien alkohol- und drogenabhängig und würden substituiert.

Er sei eingenickt und am frühen Abend durch einen Schlag seines Bekannten auf sein Knie wieder wach geworden, sagte der arbeitslose Maurer. Als er den 59-jährigen gefragt habe, warum, habe der - mit einem scharfen Messer in der Hand - gesagt, er sei eine Lusche und er könne ihm noch ganz anders wehtun.

Mit Hantel auf Kopf und Körper eingeschlagen

Weil er sich bedroht gefühlt habe, habe er zunächst mit Fäusten und dann mit der Hantel auf Kopf und Körper des Opfers eingeschlagen, sagte der Angeklagte. Das Opfer habe noch gelebt, als er sich der Polizei gestellt habe. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Der Aussage des vielfach einschlägig vorbestraften Angeklagten zufolge war der Getötete Schausteller und Jahrmarktboxer, der angeblich auch Tresore knackte. Das Opfer habe insgesamt 18 Jahre in Haft gesessen und mit Straftaten geprahlt, sagte er.

Vom Hörensagen wisse er, dass er einem Mann eine so tiefe Schnittwunde in den Bauch zugefügt haben soll, dass dessen Aorta verletzt worden sei und das Blut spritzte. Dieses Bild habe er bei dem Kampf mit dem Opfer vor Augen gehabt. Er wisse auch, dass der Mann einem anderen die Hand zerschnitten habe. Ihm selbst habe der Mann einmal mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen, danach sei er drei Monate nicht mehr zu ihm gegangen.

„Ich möchte dafür bestraft werden, das geht mir sehr nah.“

Nach den Worten eines Gutachters reicht die Opiate-Substitution des Angeklagte aus, „um 2,5 Menschen hier im Raum zu töten“. Dennoch nahm der Mann nach eigenen Angaben weiter Drogen, unter anderem Heroin und Kokain, und Alkohol zu sich. In Untersuchungshaft sehe er wieder klarer, sagte der Angeklagte. Er habe sich wieder der Kirche zugewandt und sei therapiebereit.

Sein Vater sei Polizist und „voll schockiert“. Die Tat tue ihm auch wegen der Angehörigen des Toten leid. „Ich möchte dafür bestraft werden, das geht mir sehr nah.“ Das Gericht hat vier Verhandlungstage bis zum 19. November geplant.

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Von RND/dpa

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