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Kiel Grundstein für den Wiederaufbau von Kiel
Kiel Grundstein für den Wiederaufbau von Kiel
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12:38 17.05.2019
Von Niklas Wieczorek
Stadtzentrum in der Nacht 1972: Als der Autoverkehr noch fast bis an das Howe-Haus heranführte, wiesen Schilder zum Parkplatz an der Ostseehalle. WMF und die leuchtende Dachaufschrift "Howe-Haus" waren aber bereits zu erkennen. Quelle: Magnussen
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Kiel

Das Geschäfts- und Bürozentrum "Howe-Haus" hatte Symbolcharakter. Es markierte den planmäßigen Wiederaufbau der Kieler Innenstadt. Der Historiker Martin Rackwitz hat sich mit diesem Ereignis und der Bedeutung des Hauses auseinandergesetzt. "Hier entstand nun das neue Verwaltungs- und Geschäftszentrum, wie es die Stadtvertretung bereits 1946 in ihrem Bebauungsplan beschlossen hatte", schreibt Rackwitz.

Sechs Geschosse für den Wiederaufbau von Kiel

„Der Baubeginn für das vom Kieler Architekten Wilhelm Neveling geplante sechsgeschossige Geschäfts- und Bürogebäude markierte weithin sichtbar den Wiederaufbau der im Krieg stark zerstörten Kieler Innenstadt", heißt es weiterhin.

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Für Oberbürgermeister Andreas Gayk war seiner Rede zufolge die Wiedererrichtung der City eine von drei zentralen Aufgaben für die Fördestadt nach dem Krieg. Daneben seien neue Wohnungen und Arbeitsplätze auf dem Ostufer zu schaffen. Das hatte in dieser Hinsicht unter der von den britischen Besatzern forcierten Demontage zu leiden.

"Howe-Haus": Der Bau nahm irre Fahrt auf

Die Initiative der als Immobilienkaufleute tätigen Brüder Karl-Heinz und Werner Howe, die den Bau auf den Weg gebracht hatten, spornte offenbar auch die eingesetzten Bauarbeiter an. Rackwitz zufolge packten die Beschäftigten der Firmen Duwe sowie Ohle und Lovisa derart kräftig an, dass im Backsteingebäude schon am 9. August 1949 Richtfest gefeiert werden konnte.

Die Sause stieg sogar 40 Tage eher als geplant: Bei Knackwurst stießen Gayk, die Howes und Bürgermeister Peter Jeschke mit Bier auf den schnellen Fortschritt an. "Allerdings ging es mit dem Wiederaufbau der Stadt nicht überall so reibungslos voran wie beim Howe-Haus – Detonationen von Demontage-Sprengungen auf dem Ostufer lieferten eine unschöne ,Begleitmusik' zum Richtfest", schreibt Rackwitz.

So ging es mit dem Howe-Haus weiter

Der Kieler Architekt Wilhelm Neveling entwarf das Howe-Haus als kubischen Backsteinbau mit Flachdach. Zugänglich ist das Eckgebäude heute von Holstenstraße, Europaplatz und Kurzer Straße. Im Laufe der Jahre zogen nicht nur einige Mieter ein und aus, es standen auch Sanierungen auf dem Plan: So wurde 1993 der Paternoster abgebaut, 2015 erhielt das Gebäude einen neuen repräsentativen Eingangsbereich des Kieler Architektenbüros BBP. Im Dezember 1999 und im März 2018 deckten Stürme Teile des Daches ab. Die halbe Eigentümerschaft des Hauses hält die Howe-Fiedler-Stiftung, die aus den Einnahmen gute Zwecke unterstützt.

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