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Kiel „AIDA cara“ eröffnet Kreuzfahrersaison
Kiel „AIDA cara“ eröffnet Kreuzfahrersaison
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Die "AIDA Cara" legte als erstes Kreuzfahrtschiff der Saison 2012 am Kieler Ostseekai an.  Quelle: Foto Peter
Kiel

Aus Südamerika kommend, machte die 193 Meter lange "AIDA cara" am Morgen bei ungemütlich kaltem Wetter am Ostseekai fest. So früh ging an der Förde noch nie eine Kreuzfahrtsaison los. Sie zieht sich - nach einer zweimonatigen Unterbrechung ab Anfang Oktober - bis in den Dezember hin, wenn zwei Adventsfahrten auf dem Programm stehen. 137 Anläufe und damit einen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2010 kann Kiel in diesem Jahr verbuchen; das ist in Deutschland Platz drei nach Rostock und Hamburg. 26 verschiedene Schiffe besuchen die Förde-Stadt. Die Passagierzahl bleibt wahrscheinlich mit 375000 auf Vorjahresniveau.

Hamburg, wo die Saison schon läuft, erwartet 400 000 Passagiere bei 161 Anläufen von 35 Schiffen, Rostock mehr als 500 000 bei 180 Anläufen von 39 Schiffen. Mehrere Havarien seit Jahresbeginn - erst am Sonnabend wurde ein Brand an Bord eines Kreuzfahrers vor Borneo gemeldet - beeinträchtigen offenkundig das Geschäft in Deutschland nicht nachhaltig. In Kiel wurde wegen der Havarien zweier Schiffe der Reederei „Costa“ im Januar und Februar kein Anlauf storniert. „Wir werden die Saison wie geplant fahren“, sagte Seehafen-Sprecher Ulf Jahnke der dpa.

Häufigste Gäste sind Schiffe der Reedereien AIDA, MSC und TUI Cruises. Die Touristen beenden oder starten hier ihre Törns. Rund 1300 Passagiere gingen am Sonnabend für eine Reise an die norwegische Westküste an Bord der ausgebuchten „AIDAcara“. Kiel ist für Kreuzfahrten in Nordeuropa derzeit der drittgrößte sogenannte Reisewechselhafen, nach Southampton und Kopenhagen. Acht Kreuzfahrer feiern 2012 ihre Kiel-Premiere, darunter die „Queen Elizabeth“ der Cunard-Reederei, die am 24. Juli am Ostseekai anlegen wird. Allein während der Kieler Woche vom 16. bis 24. Juni kommen elf Schiffe 14 mal in die Förde, darunter die „Star Flyer“ unter Segel.

Um seine Position im Standortwettbewerb zu festigen, investiert der Hafen weiter in die Infrastruktur. So entsteht am Ostufer der Förde ein Großliegeplatz mit einer Kailänge von 395 Metern und einer Wassertiefe von 10,5 Metern. Damit verfügt Kiel künftig über drei Liegeplätze mit Terminals, an denen mehr als 300 Meter lange Schiffe festmachen können. 4,6 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Ostufer-Hafens, 2 Millionen davon in den Bereich Kreuzfahrt. Dieser Liegeplatz liegt zwar nicht wie die anderen großen in Kiel direkt in der Innenstadt, wird aber ebenfalls über alle Einrichtungen für eine komfortable Abfertigung verfügen. Im nächsten Jahr soll der Terminal für Schiffe der 300-Meter-Klasse betriebsbereit sein.

Von Kiel führen Routen zu den Metropolen der Ostsee und entlang der norwegischen Fjorde, aber auch bis zum Nordkap und nach England. Die Passagiere der täglich fahrenden Fähren nach Göteborg und Oslo eingerechnet, gehen in Kiel jedes Jahr zwei Millionen Menschen an oder von Bord.

Auf einen Tag freuen sich die Freunde dicker Pötte besonders: Am 24. Juli wird die 294 Meter lange „Queen Elizabeth“ zum ersten Mal im Kieler Hafen einlaufen.