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Kiel "U 34": Marine plant um
Kiel "U 34": Marine plant um
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07:59 03.02.2016
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Die Besatzung des U-Bootes „U 34“ hat nicht umsonst monatelang für den Einsatz vor Ostafrika trainiert. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Der Einsatz von „U 34“  von März bis August zur Bekämpfung der Piraterie vor Ostafrika war von der Marine kurzfristig abgesagt worden. Die Gründe dafür lägen einzig in der gegenwärtigen Situation der Marine und der enorm hohen Einsatzbelastung. Der Marinesprecher  dementierte, dass klimatische Bedingungen vor Somalia im Sommer den Ausschlag bei der Änderung der Einsatzplanung gegeben hätten. Die personellen Anstrengungen für Verlegung und Betreuung des U-Bootes zusammen mit einem Begleitschiff zur Anti-Piraterie-Mission in die Gewässer vor Somalia sei für die Marine zum jetzigen Zeitpunkt einfach zu groß, heißt es im Marinekommando. Zuvor hatte schon der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels die Einsatzbelastung der Marine als kritisch bezeichnet.

Das U-Boot „U 34“  hat  27 Besatzungsmitglieder. Für den Einsatz vor Somalia ist es damit aber nicht getan. Zur Versorgung hätte der Tender „Main“ mit etwa 60 Soldaten mitfahren müssen. Diese zusätzlichen Anstrengungen sind für die Marine angesichts der hohen Belastung in den laufenden Einsätzen nicht zu mehr zu leisten, so der Sprecher der Marinekommandos. So sind Einheiten im Persischen Golf, am Horn von Afrika und verschiedenen Schauplätzen im Mittelmeer im Einsatz.

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Die Deutsche Marine wird ab März deshalb nur die Fregatte „Bayern“ aus Wilhelmshaven und den Tanker „Spessart“ aus Kiel ans Horn von Afrika zur Anti-Piraterie-Mission Atalanta schicken. Außerdem wird der aus Kiel kommenden Kommandeur der Einsatzflottille 1, Kapitän zur See Jan Kaack, das Kommando über den EU-Verband übernehmen. Um die Möglichkeiten bei der Aufklärung der Piratenstützpunkte zu verbessern, sollte zusätzlich auch „U 34“ bis August der EU für den Einsatz angeboten werden.   

"U-Boote sind tropentauglich"

Die klimatische Situation am Horn von Afrika ist im Sommer zwar extrem, hätte aber mit der Ausrüstung der 2007 in Dienst gestellten U-Bootes „U 34“ bewältigt werden können. „Die italienische Marine hat im Golf von Aden bereits mit einem U-Boot dieses Typs Erfahrungen gesammelt“, sagt Korvettenkapitän Christian Moritz vom Ausbildunsgzentrum U-Boote der Marine. Damit widersprach er Meldungen, wonach die vier Boote des ersten Bauloses der Klasse 212A nicht ausreichend tropentauglich seien. Die Tropentauglichkeit der U-Boote sei bei Fahrten in der Karibik 2013 nachgewiesen worden. „Dort gab es auch Wassertemperaturen von 30 Grad“, sagt Moritz.  Im Indischen Ozean waren die deutschen U-Boote zwar noch nicht. Die Wassertemperaturen seien aber mit denen im östlichen Mittelmeer durchaus vergleichbar.

Die Zahl der Piratenüberfälle ist am Horn von Afrika zwar inzwischen rückläufig, gleichwohl fordert der Verband Deutscher Reeder unverändert eine Präsenz der Seestreitkräfte. „Der Beitrag der Deutschen Marine im Rahmen der EU-Mission Atalanta ist für den Schutz unserer Seeleute von großer Bedeutung“, sagt Ralf Nagel, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied beim Verband Deutscher Reeder in Hamburg. Er verglich die Bedrohung durch Piraten mit einem Schwelbrand. „Sobald dieser Schutz nachlassen sollt und somit frische Luft an den Brandherd gerät, werden die Flammen schnell wieder auflodern“, sagte Nagel am Dienstag. Im vergangenen Jahr hatte sogar China ein U-Boot zur Ergänzung der  eingesetzten Überwassereinheiten in der Region ans Horn von Afrika geschickt. 

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