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Kiel Kreditkarte gesperrt - dank Briefträger?
Kiel Kreditkarte gesperrt - dank Briefträger?
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15:31 05.08.2019
Von Heike Stüben
So sehen die Briefe aus, wenn die Post die monatlichen Abrechnungen der Kreditkarte der Frau in Kiel bringt. Doch die Mai-Abrechnungen kam nicht bei ihr an.  Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Die Geschichte beginnt mit einer ganz normalen Bestellung. Die Frau aus Kiel will  Anfang Juni etwas im Internet kaufen und bezahlt wie üblich mit ihrer Kreditkarte. Doch kurz darauf erhält sie eine Nachricht von dem Unternehmen – rot markiert.

Eine Lieferung sei nicht möglich. Es habe sich etwas an den Zahlungsbedingungen geändert. Die Kundin wundert sich und ruft bei dem Unternehmen an. Dort erhält sie die Auskunft: Die Bank habe es abgelehnt, die Rechnung zu begleichen.

Bank musste Kreditkarte sperren 

Die Kielerin geht daraufhin am 3. Juni zu der Filiale der Targo Bank. Dort erfährt sie, dass ihre Kreditkarte tatsächlich gesperrt worden ist. Warum? Das erklärt ihr der Bankmitarbeiter so: Die letzte Monatsabrechnung für die Kreditkarte sei von der Post zurückgeschickt worden mit dem Vermerk „Unbekannt verzogen“. In solchen Fällen müssten Kreditkarten immer sofort gesperrt werden.

Die Kielerin ist aber gar nicht umgezogen. Sie wohnt immer noch an derselben Adresse. Das gediegene Haus hat für seine 18 Parteien unten im Hausflur auch eine moderne Briefkastenanlage mit deutlich lesbaren Namen. Warum die Monatsrechnung diesmal dennoch nicht zugestellt wurde, weiß natürlich auch der Bankmitarbeiter nicht.

Er entsperrt die Kreditkarte aber sofort wieder. „Zum Glück war es keine dringende Bestellung“, sagt die Kielerin. Aber die Sperrung hätte sie ja auch in Situationen treffen können, in denen man auf eine funktionierende Kreditkarte angewiesen ist - etwa wenn im Ausland eine Rechnung beglichen werden muss.

Merkwürdige Begegnung mit Zusteller

Die Kielerin hätte den Vorfall wohl auch auf sich beruhen lassen, hätte ihr Mann nicht wenige Tage später im Hausflur eine wundersame Begegnung mit einem Briefträger gehabt. „Es war nicht unser Stammbriefträger, aber er war durch seine Kleidung für mich eindeutig als Postmitarbeiter erkennbar. Er stand vor unseren Briefkästen und machte bei drei Briefen rechts auf der Vorderseite ein Kreuz." Er habe den Zusteller gefragt, was das bedeute. "Er antwortete: ’Kreuz bedeutet, die Personen wohnen hier nicht, die Post muss zurück an den Absender’.

Daraufhin habe ich ihn um die Namen auf den Briefen gebeten“, berichtet der 57-Jährige Hausbewohner. „Alle drei Adressaten wohnten sehr wohl bei uns im Haus. Weshalb er das nicht gesehen hat, verstehe ich nicht. Die Briefe landeten dann aber doch noch in den Briefkästen.“

Post bestreitet Fehler

Angesichts der Kreditkartensperrung will der Kieler den Vorfall aber nicht auf sich beruhen lassen. Er ruft bei der Post an und schildert beide Erlebnisse. „Die Antwort war: Das kann so gar nicht passiert sein.“

Auch auf Anfrage von KN online teilt Jens-Uwe Hogardt, Pressesprecher der Deutschen Post/DHL Group, zunächst nur knapp mit: „Von unseren Zustellern war es niemand, zumal die Beobachtung schon über einen Monat zurückliegt.“ Wer aber sollte sonst die Abrechnung der Kreditkarte an die Targo Bank zurückgeschickt haben? Dort bestätigt Pressesprecherin Sonja Glock, dass Bank die Abrechnungen für Kreditkarten immer mit der Deutschen Post verschickt.

Doch auch das überzeugt die Post nicht. „Das ist zu vage. Da müsste man uns schon den Umschlag mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ vorlegen“, erklärt Hogardt. Diesen Umschlag hat die Kielerin aber ja nie erhalten.

Für die Targo Bank kein Einzelfall

Und bei der Bank heißt es: Die Umschläge würden nicht aufbewahrt, wenn der Fall geklärt sei. „Nach unseren Recherchen sind solche Fälle aber schon häufiger vorgekommen: Wir bekommen von der Post Briefe mit dem Hinweis ’unbekannt verzogen’ zurück und dann teilen uns die Kunden mit, dass ihre Adressen durchaus noch korrekt sind.“ Also doch kein Einzelfall?

Dass es bei Hunderttausenden Zustellungen pro Tag auch mal zu Fehlern kommen könne, räumt der Postsprecher immerhin ein. Und dann hat er noch eine Empfehlung parat: „Bei unklaren Vorfällen lassen Sie sich bitte den Ausweis unserer Mitarbeiter zeigen. Dann haben wir auch einen Namen und können wir der Beschwerden nachgehen.“ Wenn ein Brief gar nicht zugestellt wird, ist das allerdings schwerlich möglich.

Ärger mit der Zustellung? Hier werden Sie ihn los!

Bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein heißt es: Beschwerden über die Brief- und Paketzustellungen seien Alltag. Um den Beschwerden nachgehen zu können, hat die Verbraucherzentrale deshalb ein Portal eingerichtet. Dort können die Bürger ihre Erlebnisse schildern. In einer öffentlichen Rubrik „Pinnwand“ sind die Beschwerden und die Reaktionen darauf dann nachzulesen. Darunter sind finden sich auch Beschwerden über nicht zugestellte Briefe – allerdings betrifft das nicht nur die Deutsche Post, sondern auch andere Dienstleister.

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