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Kiel Ärger über Partymüll in der Idylle
Kiel Ärger über Partymüll in der Idylle
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08:00 19.05.2019
Von Karin Jordt
Wird Müll nach Grillfesten im Park zurückgelassen, suchen häufig Tiere darin nach Fressen und verteilen die Reste. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Schwanenseepark sammeln alles wieder ein. Quelle: Karin Jordt
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Kiel

Seit elf Jahren kümmert sich die Arbeitsgemeinschaft Schwanenseepark um die Grünanlage. Doch während das ehrenamtliche Team den Park verschönerte, Blumenzwiebeln setzte, Hecken schnitt, Müll aus den Teichen fischte, Bänke aufstellen ließ und Kulturfeste organisierte, wuchs auch der Frust über Dreck auf Sitzen, Abfall in den Büschen und ausufernde Grillfeten. Nun häufen sich Klagen, dass sich Senioren und Mütter mit Kindern kaum noch in den Park trauen: „Da wird mit Autos reingefahren, gezeltet und massiv gegrillt, Großfamilien breiten sich aus und lagern da“, berichtete Gisela Schulz von der Initiative. „Es räuchert fürchterlich, weil oftmals trockenes Geäst aus dem Park verwendet wird.“ 

Fladenbrote schwimmen im See

Auf Schildern werde in mehreren Sprachen darauf hingewiesen, dass das Entenfüttern verboten ist. Dennoch würden die fettigen Grillroste im Wasser gereinigt, Essensreste und ganze Fladenbrote in die Seen geworfen – „sehr zur Freude der Ratten“, denn Enten gebe es kaum noch im Park. Auch heiße Kohle werde in die Teiche gekippt. „Teilweise liegen dort auch alte Teppiche, auf denen man gesessen hat“, der Rasen sei an der Stelle nicht mehr vorhanden. „Wir wünschen uns einfach nur sozialen Frieden.“ 

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"Im Park sollen sich alle wohhlfühlen"

Auch Norbert Fischer vom Seniorenbeirat bestätigte in der Sitzung des Ortsbeirats die Probleme: „Bei mir haben sich Senioren gemeldet, weil sich Mütter mit Kindern oder Enkelkindern nicht mehr in den Park trauen.“ Er wünsche sich ein faires Miteinander, betonte Fischer, er wolle nicht in die rechte Ecke gestellt werden, „aber wir haben so einen schönen Park, da sollten sich alle wohlfühlen“. Auch Jutta Schröder, die sich in der Arbeitsgemeinschaft engagiert, sieht Handlungsbedarf: „Ältere Menschen gehen dort nicht mehr gern hin.“

Stadt verspricht schärfere Kontrollen

Das Grillen in den städtischen Parkanlagen sei erlaubt, „sofern dies nicht unter Baumkronen passiert und es nicht zu Beschädigungen des Rasens kommt“, teilte das Presseamt dazu mit. Allerdings dürfe auf Kinderspielplätzen nicht gegrillt werden, weil das „eine gefahrengeneigte Tätigkeit und in der Regel mit der normalen Spielplatznutzung nicht vereinbar ist“, wie Pressesprecher Arne Gloy betonte. „Das Befahren der Park- und Grünanlagen mit Kraftfahrzeugen ist ebenfalls grundsätzlich nicht gestattet.“ Anfallender Müll sei zu entsorgen. Die Stadtverwaltung versuche, durch Kontrollen gegen das Befahren des Parks mit Autos und das Grillen auf dem Spielplatz vorzugehen. „Zum einen kommen die Scouts regelmäßig am Wochenende in den Park, zum anderen soll auch der neue Kommunale Ordnungsdienst Kontrollgänge unternehmen“, so der Sprecher.

Schüler wollen Friedensbrunnen neu gestalten

Nach einer aufgeregten Diskussion im Ortsbeirat einigte man sich darauf, das Thema in der nächsten Sitzung noch einmal zu besprechen. Unterdessen haben Mitarbeiter des Bürger- und Ordnungsamtes Schäden im Park aufgenommen. Weiter gibt es auch die gute Nachricht, dass eine Wellingdorfer Schülergruppe den Friedensbrunnen unterhalb des Ostrings noch in diesem Monat neu gestalten wird. Nach einem Streetart-Workshop würden die Jugendlichen in ihrer Freizeit Motive entwickeln und aufbringen, erläuterte Frauke Pleines vom „Bündnis Eine Welt“. Finanziert werde das Projekt aus verschiedenen Fördertöpfen. Auch die Initiative Schwanenseepark, die gerade die weißen Brücken neu gestrichen hat, engagiert sich weiter, wie Gisela Schulz betont: „Wir lassen uns nicht unterkriegen.“

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