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Kiel Kiel soll sicherste Stadt werden
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21:00 18.09.2018
Von Karen Schwenke
Regina Warring war mit ihrem Baby auf der Holtenauer Straße unterwegs. Spontan ließ sie sich die Herzdruckmassage von Wolfgang Mainz und Stephan Andersen (beide vom Arbeiter-Samariter-Bund) zeigen. Quelle: Frank Peter
Kiel

Jetzt will Regine Warring also wissen, wie es genau funktioniert mit der Herzdruckmassage. Inzwischen hat die 36-Jährige beide Hände ineinander verschränkt und drückt kräftig auf den Brustkorb einer Puppe. Genau das war das Ziel des Aktionstages zur „Woche der Wiederbelebung“. Am Dienstag wurde die Holtenauer Straße zur Informationsmeile, und viele Passanten erprobten sich im Lebensretten.

Was fehlt ist Übung, Übung, Übung

„Die Arme nicht beugen, sondern durchdrücken, dann hat man mehr Kraft“, erklärt Sanitäter Stephan Andersen. Am Stand des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) auf Höhe des Brauereiviertels erklärt er den Leuten, was sie im Fall eines Herzstillstandes tun können. Neben ihm steht Hans-Matthias Schmidt (18) von den Maltesern: „Viele Ältere haben uns gesagt, dass sie gar keine Informationen bräuchten, weil sie schon für den Führerschein einen Erste-Hilfe-Kursus gemacht hatten“, berichtet der junge Sanitäter. Diese Kurse seien aber Jahrzehnte her, es habe sich seither einiges geändert, und was den Leuten vor allem fehle, sei Übung, Übung, Übung. Schmidt rät daher auf jeden Fall zu einer Auffrischung.

Im Supermarkt gab es schon Zwischenfälle

So sieht es auch Marten Freund, Inhaber von Schlemmermarkt Freund. Aus diesem Grund hat er sich auch schulen lassen – zusammen mit 29 weiteren Geschäftsleuten aus der Holtenauer Straße am Dienstagabend im Institut für Rettungs- und Notfallmedizin des Universitätsklinikums (UKSH). In seinem Supermarkt seien in den vergangenen 25 Jahren schon einige Male Kunden zusammengebrochen.

Nicht auf Zufälle verlassen

„Wir haben dann immer eine Durchsage gemacht und zum Glück einen Arzt oder eine Krankenschwester im Laden gefunden, die helfen konnten.“ Doch auf solche glücklichen Zufälle will man sich in Kiel nicht mehr verlassen. Zu oft kommt es vor, dass Menschen mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand sterben, weil kein Retter vor Ort ist. Das wollen das UKSH, die Kieler Nachrichten und die Kieler Wirtschaftsförderung jetzt ändern: Unter dem Motto „Kiel pulsiert“ wollen sie die Landeshauptstadt zur sichersten Einkaufsstadt Deutschlands machen.

Kurztraining beim Einkaufsbummel

Krankenschwester Jessika Popp vom Institut für Rettungs- und Unfallmedizin ist in der Holtenauer Straße zusammen mit ihren Kollegen bei bestem Spätsommerwetter im Einsatz. Auf der Wiese neben Schuh-Heinrich hat das Institut zusammen mit den KN ein großes rotes Informationszelt aufgeschlagen. Im Laufe des Tages bekommen hier rund 150 Passanten ein Kurztraining in Wiederbelebung. Auch an den anderen Ständen, unter anderem von DLRG und DRK, erfahren die Kieler neben ihrem Einkaufsbummel, wie sie zum Lebensretter werden könnten. Greta Galinger (22) holt sich zum Beispiel Info-Karten, auf denen beschrieben ist, wie man sich verhält, wenn man eine bewusstlose Person auffindet. „Das ist praktisch, die kann man immer dabei haben.“

Auch Alte und Schwache können helfen

Rentnerin Renate Küppers übt die Druckmassage an einer Puppe: „Gut, wenn man das mal selbst ausprobiert hat.“ Denn ganz klar: Es gibt keine Altersgrenze für Retter. Zwar haben bei einer KN-Umfrage unter Passanten, ob sie sich im Notfall eine Hilfeleistung zutrauen würden, immerhin 94 Prozent mit Ja geantwortet, aber von den sechs Prozent, die mit Nein antworteten, gaben die meisten an, es sich körperlich nicht mehr zuzutrauen. „Trotzdem sollten sie sich informieren. Denn wenn man weiß, wie eine Herzdruckmassage geht, kann man das anderen zeigen“, sagt Trainerin Popp. Hauptsache, jemand weiß, was im Notfall zu tun ist.

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