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Kiel Es geht um Leben und Tod
Kiel Es geht um Leben und Tod
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09:17 02.07.2017
Von Gerhard Müller
Prof. Dr. Alena Buyx wird im neuen Buch "Wir in Kiel" vorgestellt. Quelle: Tom Körber
Kiel

Sollte ein Patient mit allen Mitteln der Intensivmedizin am Leben gehalten werden? Wann liegt man im Sterben? Demenz – Ende der Selbstbestimmung? Hirntod und Organspende? Mit solchen Fragen beschäftigt sich der Deutsche Ethikrat. Und Dr. Alena Buyx. Die Kieler Professorin ist eines von 26 Mitgliedern dieses Gremiums, und obwohl sie ihr 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ist sie bereits eine gefragte Spezialistin in der vergleichbar noch jungen Disziplin Medizinethik.

In Münster, York und London studiert

Erst seit 2003 ist Ethik ein Pflichtfach der Medizinerausbildung. Elf Jahre dauerte es, bis an der CAU der erste Lehrstuhl mit der approbierten Ärztin besetzt wurde. Dass die Wahl auf die Mutter zweier Kinder fiel, ist bei ihrem Lebenslauf wenig verwunderlich. Sie hat in Münster, York und London Medizin sowie Soziologie und Philosophie studiert, sie forschte ein Jahr an der renommierten Harvard-Universität, und sie war anschließend von 2009 bis 2012 parallel zur Arbeit an einer Londoner Uni stellvertretende Direktorin des englischen Ethikrats.

Medizinethik 2008 in Deutschland ein Randfach

Für das Kollegium am UKSH ist die Professorin gemeinsam mit Dr. Annette Rogge, der ersten deutschen Oberärztin auf diesem Gebiet, mittlerweile zu einer gefragten Beraterin geworden. „Als ich 2008 nach Harvard bin, war Medizinethik in Deutschland ein Randfach. In Harvard beschäftigten sich damals schon über 150 Leute mit Fragen, die hierzulande noch manchmal belächelt wurden“, erzählt Alena Buyx.

Aktive Sterbehilfe lehnt Buyx ab

Wie denkt die Schnellrednerin mit Überzeugungspotenzial über Sterbehilfe? Aktive Sterbehilfe lehnt sie ab, wegen des Missbrauchspotenzials. „Obwohl ich den ärztlich assistierten Suizid gerne etwas liberaler gehandhabt sehen würde, haben wir in Deutschland eine akzeptable Regelung. Die Frage lautet eher, wie der gesetzliche Rahmen in der Praxis ausgeschöpft werden kann, denn Ärzte haben oft noch verinnerlicht, jeden Tag um jeden Patienten zu kämpfen.“ Die neue Kieler Mediziner-Generation wächst nun mit der Wissensvermittlung der jungen Professorin heran: „Ich sage meinen Studenten immer, dass sie den Tod auch zulassen dürfen. Ab einem gewissen Punkt sollten sie ihm nicht im Weg stehen.“

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