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Kiel Jeder sollte sein Limit kennen
Kiel Jeder sollte sein Limit kennen
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07:00 20.06.2014
Von Lina Timm
Aufmunitioniert geht’s auf die Kieler Woche: Die Stadtmission möchte auch in diesem Jahr wieder Jugendliche und ihre Eltern aufklären und vom ungehemmten Alhoholgenuss abhalten. Quelle: Jochen Lübke
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Kiel

Knapp die Hälfte der stationären Behandlungen von jungen Menschen wegen schwerer Alkoholvergiftungen im Städtischen Krankenhaus fällt in den Zeitraum von Kiels tollen Tagen. Um betroffene Jugendliche und deren Eltern aufzuklären und zu beraten, sind in diesem Jahr wieder die ehrenamtlichen Helfer der Halt-Projekts der Evangelischen Stadtmission Kiel unter dem Motto „Feiern ja – Komasaufen nein“ im Einsatz.

 „2013 haben mehr als zwei Drittel der behandelten Jugendlichen und knapp die Hälfte der Eltern die Beratung in Anspruch genommen“, erzählt Dr. Niko Lorenzen, Oberarzt in der Kinderklinik des Städtischen Krankenhauses. „Und die Erfolge sind sichtbar. Dank der Prävention und der Reflexion der jungen Menschen sinkt die Zahl derer, die wiederkommen, kontinuierlich.“ Seit 2008 stehen während der Kieler Woche ehrenamtliche und speziell geschulte Mitarbeiter der Stadtmission bereit, um nach Alkoholvergiftungen bei 14- bis 17-Jährigen beratend zur Seite zu stehen. Es sei entscheidend, dass die jungen Menschen über den Konsum nachdächten und daraus ihre eigenen Schlüsse zögen, so der 43-Jährige. „Wir wollen und können niemandem das Feiern verbieten, möchten aber, dass die Jugendlichen ihr Limit kennen und zu einem ungefährlichen Umgang mit der Droge Alkohol gelangen.“ Und dieses funktioniere sehr gut über ehrenamtliche Berater, Ärzte seien da im weißen Kittel als Ansprechpersonen oftmals stigmatisiert.

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 Obwohl die Fälle stationärer Behandlungen wegen Alkoholvergiftungen seit Jahren rückläufig sind, sieht Lorenzen keinen Grund zur Entwarnung: „Besonders die Jüngeren trinken häufig Wodka oder Mischgetränke und landen dann so komatös bei uns, dass sie die ganze Nacht streng überwacht werden müssen. Ein Aufwand, der kaum zu leisten ist“, warnt der Mediziner. „Außerdem kann man bei den Geschlechtern einen Trend erkennen. Die Zahl der jungen Mädchen, die extrem getrunken haben und in der Notaufnahme landen, nimmt zu.“