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Kiel Warum ist Stadtrat Christian Zierau so beliebt?
Kiel Warum ist Stadtrat Christian Zierau so beliebt?
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07:07 01.02.2020
Von Michael Kluth
Sieht nach Arbeit aus: Stadtrat Christian Zierau (44) an seinem Schreibtisch in seinem Amtszimmer im ersten Stock des Kieler Rathauses. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Vom früheren Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen stammt der Spruch: „Man glaubt gar nicht, wie viel Lob der Mensch verkraften kann, ohne an der Seele Schaden zu nehmen.“ Für die Seele von Christian Zierau wollen wir das mal hoffen. Der dienstjüngste Kieler Stadtrat wird nach einem Jahr im Amt von allen Seiten mit Lob überschüttet. Zierau ist seit dem 1. Februar 2019 Dezernent für Finanzen, Ordnung, Personal und Feuerwehr.

Christian Zierau hat einen prima Start hingelegt“, sagt sein Chef, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. „Ob Haushalt, Fachkräftegewinnung oder besserer Bürgerservice: Er setzt wichtige Impulse und bohrt die dicken Bretter. Gut, dass wir ihn haben.“

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Die Kieler Ratsfraktionen loben Haushaltsführung und Personalpolitik

Zierau habe „die Erwartungshaltung in keinster Weise enttäuscht“, sagt die SPD-Ratsfraktionschefin Gesa Langfeldt. Er habe „schnell die Initiative ergriffen, was die Situation im Bürgeramt anging“. Der Kämmerer habe „die Selbstverwaltung beraten und unterstützt, wenn es Fragen zur Haushaltsaufstellung gab, und den Haushalt 2020 so früh vorgelegt, dass für alle Fraktionen Zeit war, sich damit auseinanderzusetzen.“ Der Stadtrat sei stets ansprechbar und scheue keine Diskussion.

Christian Zierau hat von Beginn an Mut zu Veränderungen bewiesen“, sagt Jessica Kordouni, die Fraktionschefin der Grünen.. „Seine schnelle Reaktion auf die Schwierigkeiten im Bürgeramt zeigt, dass er zupacken kann.“ Sie äußert frohe Erwartungen: „Wir setzen darauf, dass mit ihm noch stärker eine nachhaltige Finanzwirtschaft mit einem wirkungsorientierten Haushalt umgesetzt wird. Auch bei der Digitalisierung der Verwaltung geht er neue Wege.“

FDP-Fraktionschef Ingmar Soll pflichtet dem Lob bei: „Die Aufstellung des ausgeglichenen Haushalts 2020 und die Problemlösung beim Einwohnermeldeamt sind prägnante Beispiele“, sagt Soll. „Darüber hinaus hat er – wie seine Personalpolitik und seine Grundsätze einer nachhaltigen Finanzpolitik zeigen – die Fähigkeit zur zukunftsorientierten Gestaltung.“

Neue Heimat Kiel

Der Diplom-Verwaltungswirt Christian Zierau startete seine Laufbahn im Bezirksamt Spandau in seiner Geburtsstadt Berlin, war bei der Bremer Landesvertretung in Berlin, beim Rechnungshof in Hamburg sowie dort in der Gesundheits- und in der Wissenschaftsbehörde tätig, bevor er als Kreiskämmerer nach Herford wechselte. Im Dezember 2018 wählte die Kieler Ratsversammlung Zierau einstimmig zum Stadtrat und Dezernenten für Finanzen, Ordnung, Personal und Feuerwehr. Der Parteilose hatte sich über eine Personalagentur auf die Ausschreibung der Stelle beworben. Am 1. Februar 2019 trat er sein Amt an. Zierau wohnt im Stadtteil Südfriedhof und gelangt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit. Seine neue Heimat Kiel hat er schnell schätzen gelernt. Die Lage am Meer sei für einen Berliner „wie Urlaub“, sagt der 44-Jährige, und seine erste Kieler Woche sei „ein Traum“ gewesen.

Die Opposition im Rat hat keine Einwände. „Dass er Verwaltung von der Pike auf gelernt hat, hat der Stadtrat durch persönlichen Einsatz im Einwohnermeldeamt eindrucksvoll bewiesen“, sagt der personalpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Rainer Kreutz. Mit seinem Strategiepapier „Personal stärken“ habe Zierau „überfällige, grundlegende Richtlinien festgelegt“. Kreutz lobt sowohl die Fachlichkeit als auch den persönlichen Umgang.

Auch die AfD-Fraktion bescheinigt Zierau „ein erfolgreiches erstes Arbeitsjahr“. Fraktionschefin Julia Brüggen begrüßt „seine nüchterne Sicht auf die Kieler Finanzen.“

„Die SSW-Ratsfraktion schätzt besonders seine Kommunikationsbereitschaft und die Zusammenarbeit mit der Selbstverwaltung“, sagt deren Vorsitzender Marcel Schmidt.

Für die satirische „Fraktion“ formuliert Fraktionschef Ove Schröter: „Auch wenn wir gerne mehr zu meckern hätten: Es geht in die richtige Richtung!“

Der Kieler Stadtrat spricht selbst von seinem "Traumberuf"

Zierau selbst sieht sein erstes Amtsjahr so: Die Aufgabe habe sich als „ordentliche Herausforderung“ erwiesen, mache ihm Spaß und sei „so, wie ich es mir gewünscht hatte: Was ich gelernt habe, bestmöglich einzubringen“. Alles in allem „mein Traumberuf“. Der 44-Jährige nennt sich selbst einen „klassischen Verwaltungsbeamten“ und formuliert den Grundsatz: „Eine gute Vorlage macht eine bessere Beratung.“

Er habe „bewusst mit dem Personalthema angefangen“, sagt Zierau im Rückblick. „Ohne Personal geht nichts.“ Der Personaldezernent ist Herr über 4500 Stellen in der Kernverwaltung. Davon sind etwa 300 Stellen noch unbesetzt. Aber die Neubesetzung offener Stellen schreite voran, versichert er. In der leidigen Führerscheinstelle etwa sei das Personal wieder vollzählig, und kein Bürger müsse mehr nach Hause geschickt werden. Auch die Kfz-Zulassung laufe jetzt „relativ problemfrei“.

Einen Eingriff hatte Zierau so nicht vorhergesehen: Seit 1. Oktober 2019 hat der Dezernent die Leitung des Bürgeramts für ein Jahr selbst übernommen. „Wenn’s nicht läuft, muss der Chef eingreifen“, sagt er lapidar.

Zierau hat die Mitarbeiter im Einwohnermeldeamt für eine neue Spontansprechstunde an den Freitagen von acht bis zwölf Uhr gewonnen und damit die Terminlage deutlich entspannt. „Wir können jetzt freitags alle online gebuchten Termine abarbeiten und zusätzlich 150 bis 250 Bürger bedienen“, sagt er. Im März will er Zwischenbilanz ziehen und Neuregelungen aus dem Einwohnermeldeamt möglicherweise auf andere Bürgerämter ausdehnen. Ob er an dem Wochentag Freitag für die Spontansprechstunde festhält, lässt Zierau offen. Der Tag nach dem langen Donnerstag sei für die Mitarbeiter schon sehr anstrengend. Als Amtsleiter ist Zierau auch darauf gekommen, dass Bürger 40 Prozent aller online gebuchten Termine gar nicht wahrnehmen, ohne sie abzusagen. Das eröffnet neue Spielräume.

Auf die Frage nach eigenen Versäumnissen im ersten Amtsjahr fällt Zierau so wenig ein wie den Ratsfraktionen. Er wolle im Grunde so weitermachen wie begonnen, versichert er. Sein Vorsatz für das nächste Amtsjahr? „Mut!“

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